Angriff während Vereidigung in Bogota
14 Tote bei Uribes Amtseinführung in Bogota

In Kolumbien haben während der Vereidigung des neuen konservativen Präsidenten am Mittwoch mutmaßlich linke Rebellen dessen Sitz in der Hauptstadt Bogota angegriffen.

Reuters BOGOTA. Einige Granaten trafen den Polizeiangaben zufolge auch ein benachbartes Wohnviertel. 14 Menschen wurden getötet, darunter drei Kinder. Die Polizei vermutete, dass der Angriff von den Rebellen der linken revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) verübt wurde. Drei Werfergranaten schlugen den Angaben zufolge in den Präsidentenpalast ein. Drei Menschen seien verletzt und das Gebäude leicht beschädigt worden. Drei weitere Granaten trafen den Slum in unmittelbarer Nachbarschaft des Palastes. Dabei seien zudem 28 Menschen verletzt worden. Vor der Vereidigung hatten mutmaßliche Rebellen nach Polizeiangaben in verschiedenen Stadtteilen vier Bomben gelegt, durch deren Detonation 14 Zivilisten verletzt wurden. Eine Bombe sei nahe einer Militärakademie explodiert.

Der Angriff begann gleichzeitig mit der Vereidigung von Alvaro Uribe im Parlament wenige Straßen vom Präsidentenpalast entfernt. In seiner Rede bekräftigte Uribe seine Ankündigung, entschlossen gegen die Rebellen im Land vorzugehen. Als Voraussetzung für Friedensgespräche mit ihnen nannte er erneut, dass die Rebellen ihre Waffen niederlegen. In Kolumbien herrscht seit 38 Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen sowie der Armee und rechten paramilitärische Gruppen. Allein im vergangenen Jahrzehnt wurden rund 40.000 Menschen getötet.

"Wir bieten Demokratie an, damit Argumente die Waffen ersetzen", sagte Uribe. Der ehemalige Provinzgouverneur will die Militärausgaben erhöhen, die Korruption bekämpfen und die Armut im Land bekämpfen, aus der sich der Konflikt mit der sozialistischen FARC speist. Viele Bürgerrechtler haben vor dem Plan Uribes gewarnt, im Land ein Netz aus Millionen von Informaten zu knüpfen. Zudem erinnern sie daran, dass unter Uribes Regierung in der Provinz Antioquia die Todesschwadronen der Paramilitärs zahlreicher geworden seien.

Der 50-jährige Uribe wurde offensichtlich blass, als er nach seiner Vereidigung auf die Seite genommen und ihm von dem Anschlag berichtet wurde. Uribes Vater war in den 80er Jahren von der FARC getötet worden und Uribe selbst entging wenige Wochen vor seiner Wahl nur knapp einem Anschlag im April. Im Februar waren Friedensgespräche zwischen der Regierung und der FARC gescheitert. Die FARC gilt mit 12.000 Bewaffneten als die schlagkräftigste Guerillaarmee Lateinamerikas.

Unter den Ehrengästen bei der Amtseinführung waren unter anderem die Präsidenten Venezuelas und Argentiniens sowie der spanische Thronfolger Felipe.

Zur Vereidigung Uribes hatten die Sicherheitskräfte starke Vorkehrungen getroffen. 20.000 Soldaten und Polizisten patrouillierten in den Straßen der Hauptstadt. Ein US-Überwachungsflugzeug kreiste zudem über der Stadt.

Im Kampf gegen den Drogenhandel haben die USA Kolumbien in den vergangenen Jahren mit 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) vor allem im militärischen Bereich unterstützt. Uribe hat sich dafür ausgesprochen, dass sich die USA auch stärker im Kampf gegen die Rebellen engagiert.

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