Angriffe auf ausgewählte Ziele
Krieg gegen den Irak hat begonnen

Nur anderthalb Stunden nach Ablauf des amerikanischen Ultimatums an Saddam Hussein hat am Donnerstagmorgen der Krieg gegen den Irak begonnen. US-Präsident George W. Bush sprach in einer nur vierminütigen Fernsehrede von Angriffen auf "ausgewählte Ziele von militärischer Bedeutung".

HB/dpa WASHINGTON/BAGDAD. Nach US-Medienberichten galten die ersten Raketenangriffe Saddam Hussein und seinem inneren Führungszirkel. Es lagen zunächst keine Informationen vor, ob Ziele getroffen wurden. Das irakische Fernsehen strahlte drei Stunden nach dem Angriff eine Ansprache von Saddam Hussein an das Volk aus. "Wir werden mit Gottes Hilfe siegen", versprach der irakische Staatschef, der in Militäruniform seine Rede verlas.

Die ersten Raketenangriffe auf Bagdad seien noch nicht der Auftakt zu der vollen Angriffswelle gewesen, berichtete der US- Nachrichtensender CNN. Vielmehr habe sich Präsident Bush zu den gezielten Attacken im Morgengrauen entschlossen, weil die Gefahr bestanden habe, dass eine "große Gelegenheit verpasst" werden könnte, berichtete der US-Fernsehsender CNN. Insgesamt 40 Marschflugkörper seien abgefeuert worden. Ferner seien Präzisionsbomben und Tarnkappenbomber vom Typ F 117 A eingesetzt worden.

Ein dpa-Korrespondent in Bagdad berichtete von Luftabwehrfeuer und kräftigen Explosionen. Die Straßen der irakischen Hauptstadt seien am frühen Morgen menschenleer gewesen. Zwei Stunden später habe sich die Lage in der Hauptstadt beruhigt, meldete CNN. Militärexperten des Senders gingen davon aus, dass die große erste Angriffswelle erst in zwölf oder mehr Stunden erfolgen werde. Bush versicherte, dass er nur zögernd in den Waffengang gehe. Doch es bleibe keine andere Wahl. Die USA und ihre Verbündeten würden entschlossen zuschlagen und es könne nur den Sieg geben, sagte der Präsident, der seine Landsleute zur Wachsamkeit und Opferbereitschaft aufrief.

"Nun, da der Konflikt da ist, ist der einzige Weg, seine Dauer zu begrenzen, entschlossen zuzuschlagen. Und ich versichere Ihnen, dies wird kein halbherziger Feldzug, und wir werden als Ergebnis nur den Sieg akzeptieren." Der Präsident versprach, dass die USA und ihre Verbündeten alles versuchen würden, um unschuldige Zivilisten zu schonen.

Die Bundesregierung äußerte sich "mit großer Sorge und Betroffenheit" über den Beginn des Irak-Kriegs geäußert. Zu ihrem Bedauern seien die gemeinsam mit Frankreich, Russland und anderen Partnern unternommenen Bemühungen um eine friedliche Konfliktlösung gescheitert, hieß es in einer Erklärung. Nun müsse alles getan werden, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden.

Auch die russische Führung bedauerte den Beginn des Kriegs. "Unter diesen Bedingungen kann man nur das tiefste Bedauern äußern", sagte ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Interfax. "Und man kann nur hoffen, dass die Zahl der Opfer der Kampfhandlungen minimal bleibt." Ein Sprecher der konservativen französischen Regierungspartei UMP sprach von einem "gesetzwidrigen Krieg".

Bundeskanzler Gerhard Schröder war unmittelbar nach Kriegsbeginn vom Lagezentrum in Berlin informiert worden. In Deutschland und anderen Ländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. In Berlin verstärkte die Polizei ihre Präsenz. Dort blieb es jedoch wie in ganz Deutschland ruhig. Für den Lauf des Tages sind viele Demonstrationen angekündigt.

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