Angst vor Anschlägen in Israel
Bush will Arafat nicht treffen

Palästinenserpräsident Jassir Arafat kann weiter nicht auf ein Treffen mit US-Präsident George W. Bush hoffen. Nach Ansicht des US-Präsidenten habe Arafat nicht genug gegen die Gewalt im Nahen Osten unternommen, sagte die amerikanische Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Donnerstag in Washington. Deswegen schließe Bush ein Treffen mit Arafat am Rande der UN - Generalversammlung in New York aus.

dpa WASHINGTON/JERUSALEM. Rice warf Arafat außerdem vor, sich nicht vom Terrorismus distanziert zu haben. "Man kann uns nicht bei El Kaida helfen und die Hisbollah umarmen", sagte sie im Weißen Haus. Die USA hatten erst Anfang des Monats die libanesische Schiiten-Miliz auf eine Schwarze Liste von Terrororganisationen gesetzt.

US-Außenminister Colin Powell würde dagegen mit Arafat sprechen, falls dieser nach New York kommt, sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher. Nach Angaben des palästinensischen Planungsministers Nabil Shaath hat Arafat über eine Reise noch nicht entschieden. Shaath, der in Washington mit Rice und Powell sprach, nannte die Weigerung von Bush "störend".

Unterdessen wurde in Israel bekannt, dass der rechtsgerichtete Minister Daniel Naveh nach Hinweisen auf einen offenbar gegen ihn geplanten Anschlag bereits vor einigen Tagen an einen geheim gehaltenen Ort gebracht wurde. Nach Informationen des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet war Naveh Ziel eines geplanten palästinensischen Selbstmordanschlags. Naveh, der der Likud-Partei angehört, ist für die Kontakte zwischen der israelischen Regierung und dem Parlament zuständig. Mitte Oktober war der rechtsgerichtete Tourismus-Minister Rechawam Seewi von radikalen Palästinensern in Jerusalem ermordet worden.

Im nördlichen Westjordanland hatte sich am Donnerstag ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei zwei israelische Grenzpolizisten verletzt. Israel geht davon aus, dass der Palästinenser einen Anschlag auf israelischem Gebiet verüben wollte. Aus Furcht vor weiteren Anschlägen löste die Polizei danach in weiten Teilen Israels erhöhte Alarmbereitschaft aus und errichtete zahlreiche Straßensperren.

Ebenfalls im Westjordanland wurde am Abend ein israelischer Autofahrer von Palästinensern beschossen. Er habe daraufhin seinen Wagen beschleunigt, um in die Ortschaft Har Bracha zu kommen. Als er auf einen israelischen Kontrollpunkt zuraste, sei er irrtümlich auch von israelischen Soldaten beschossen worden, meldete die Zeitung "Haaretz" in ihrer Online-Ausgabe. Der Mann, Angehöriger der Samaritaner-Minderheit, sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

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