Angst vor den 10 000-Punkte-Marke
Wall Street öffnet schwach

Am frühen Dienstagmorgen öffnen die US-Märkte schwach. Haben die Händler nun doch Angst vor der magischen 10 000-Punkte-Grenze des Dow Jones Index? Nachdem das Standard-Barometer am Montag nur noch 24 Punkte vom fünfstelligen Bereich entfernt schloss, verliert der Index am Morgen knappe 40 Punkte und notiert auf 9935. Der technologie-lastige Nasdaq Index verliert in den ersten Minuten sieben Zähler auf 1927 Punkte.

wsc NEW YORK. "Keine Angst vor der 10 000er-Grenze", ermutigt allerdings, Abby Cohen, Investment-Strategin von Goldman Sachs. Sie sieht die jüngsten Kursgewinne am amerikanischen Aktienmarkt gut begründet. Cohen hatte am 24. September die Gewichtung von Aktien im Modellportfolio auf 75 % angehoben. Seitdem hat der Aktienmarkt rund 20 % zugelegt. Antriebskraft ist vor allem die ab Mitte 2002 erwartete Wirtschafts- und Ertragserholung. Cohen sieht den Dow Jones Index dann wieder in einer Spanne von 11 300 bis 12 400 Punkten und den S&P 500 Index zwischen 1300 und 1425 Punkten.

Eine weitere Fusion sorgt am Dienstag auf dem Parkett für Furore. Die Kreuzfahrt-Unternehmen Royal Carribbean und P&O Princess Cruises wollen verschmelzen. Gemeinsam wären sie der größte Anbieter der Branche. Die Aktien von Royal Carribbean legen am Morgen 13 % zu, P&O Princess Cruises gewinnen zunächst 16 %. Papiere des größten Konkurrenten, Carnival Cruises, stehen dagegen unter Druck, die Aktie verliert ein Prozent.

Schon zum Wochenauftakt, am "Merger-Monday", hatten zwei Fusionen das Geschehen am Markt dominiert. Im gebeutelten Ölsektor versuchen Phillips Petroleum und Conoco gemeinsam der konjunkturellen Schwäche zu entgehen. Außerdem sollen die Hersteller von elektronischen Notizbüchern,

Handspring

und Palm , Fusionsgespräche führen. Die Aktien aller vier Unternehmen gehörten zum Wochenauftakt zu den größten Gewinnern und notieren auch am Dienstagmorgen im grünen Bereich. 

Wie die Aktien der Kreuzfahrten-Unternehmen sind erneut die Papiere der Airlines gefragt. Der Sektor, der zuletzt einer der stärksten Performer am Markt war, bekommt Auftrieb von Goldman Sachs. Die Analysten sehen für die Carrier noch ein kurzfristiges Gewinnpotential von 25% . Nach dem erneuten Crash vom vergangenen Monat seien die Fluggastzahlen nicht erneut eingebrochen, die Kapazitäten seien auf ein angemessenes Maß gekürzt worden und der niedrige Ölpreis tue ein übriges, den Airlines aus der Krise zu helfen. Goldman Sachs sieht Continental , Delta und Sky West Airlines als stärkste Performer. Sky West legt in den ersten Handelsminuten 1,8 % zu.

Unter Druck steht der Einzelhandel, allerdings nur belastet von der allgemein zurückhaltenden Stimmung auf dem Parkett. Zahlreiche Unternehmen haben jüngst bessere Ergebnisse vorgelegt als erwartet, viele konnten die Verkäufe trotz der Ereignisse am und nach dem 11. September noch steigern. Am Morgen hatten Target und Staples auf dem Niveau der Analystenerwartungen gemeldet.

Die Aktie von Loudcloud steht am Morgen auf der Gewinnerseite. Der Website-Manager hatte am Vorabend gemeldet, dass der Quartalsverlust in den abgelaufenen drei Monaten erneut zurückgegangen ist. Eindrucksvoll vor allem: Die Einnahmen des Unternehmens sind von 4,6 Mill. auf 14,3 Mill. Dollar gestiegen. Für das laufende Quartal sieht Loudcloud einen weiteren Schritt in Richtung schwarze Zahlen für mögliche.

Der Chipsektor, der seit Tagen im roten Bereich notiert, bekommt einen weiteren Dämpfer von den Analysten der Lehman Brothers. Einige der führenden Aktien des Sektors sehen sie als "Marktperformer", bei Akamai und Storage raten sie zum "Kauf", aber: Fundierte und dauerhafte Kursgewinne sehen die Experten nicht vor der zweiten Jahreshälte 2002. Und das Niveau, das die Papiere vor zwei Jahren hatten, werde wohl nicht mehr erreicht. Der Sektor gibt im Branchenmittel ein weiteres Prozent ab.

Microsoft gewinnt am Morgen ein drittel Prozent. Offensichtlich hat sich der Software-Gigant auch mit den Staaten geeinigt, die den Kartellrechtsstreit vor Gericht weiter führen wollten. Wenn der zuständige Richter in Virginia zustimmt, kann sich Microsoft aus der Klage "freikaufen" - und soziales Engagement zeigen: Der Konzern wird 1,1 Mrd. Dollar zahlen, um 14 000 Schulen in unterpriviligierten Regionen mit Computern und Software auszustatten.

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