Angst vor Krieg regiert die Börsen
Aktienkurse weltweitim freien Fall

Der freie Fall der Aktienkurse hat sich auch am Freitag ungebremst fortgesetzt. Von Tokio über New York und Sao Paolo bis Frankfurt markierten die Börsen zehn Tage nach den verheerenden Terrorangriffen gegen die USA neue mehrjährige Tiefstände.

dpa NEW YORK/TOKIO/FRANKFURT. Zu den ohnehin wachsenden Konjunkturrisiken und den finanziellen Terrorschäden in vielen Branchen gesellte sich nun noch die Angst vor einem Krieg. Analysten sprachen von einer "politischen Börse", an der Firmendaten derzeit keine Rolle spielten.

Am weltweit größten Aktienmarkt New York zeichneten sich auch am Ende der ersten Handelswoche nach Wiedereröffnung kräftige Kursverluste ab - mittlerweile am fünften Tag in Folge. Gleich nach Handelsauftakt am Freitag sackte der Dow Jones Index für 30 Standardwerte um 122 Zähler auf 8 253 Punkte ab. Damit hat das Börsenbarometer seit Montag deutlich mehr als 1 300 Zähler eingebüßt. An der Technologiebörse Nasdaq ging es zum Auftakt gleich wieder um 79 Punkte auf 1 391 Stellen bergab - der niedrigste Stand seit fast drei Jahren.

Zuvor waren schon die Kurse am deutschen Aktienmarkt weiter in den Keller gerutscht. Der deutsche Leitindex Dax durchbrach die 3 600er Marke nach unten und fiel bis zum Nachmittag um fast 7 % auf 3 547 Zähler. Das war der tiefste Stand seit rund vier Jahren. Der Nemax 50 brach um 11,9 % auf 660 Zähler ein. Auch der MDax für 70 mittelgroße Werte konnte sich dem Abwärtssog nicht entziehen und fiel um 4,6 % auf 3 527 Punkte.

Erholung des Euro unterbrochen

Auch die europäischen Börsen verzeichneten tiefrote Zahlen. Der EuroStoxx50 fiel um 5,5 % auf 2 804 Punkte. In London gab das Börsenbarometer FTSE-100 bis zum Nachmittag 6,32 % auf 4 269 Punkte nach, in Paris verlor der CAC40 um 5,17 % auf 3 545 Punkte.

Die Anfang September begonnene Erholung des Euro wurde unterdessen vorerst unterbrochen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 0,9200 (Vortag: 0,9259) $ fest. Der Dollar kostete damit 2,1259 (2,1124) DM. Nach dem Kursanstieg der vergangenen Tage hätten Gewinnmitnahmen eingesetzt, erklärten Händler. Über Nacht hatte die japanische Notenbank zum dritten Mal in dieser Woche interveniert zur Stützung der US-Währung Yen gegen Dollar auf den Markt geworfen. Zwischenzeitlich war der Dollar in Tokio auf ein Sieben-Monats-Tief gefallen. Japan will mit der Intervention die Exporteure unterstützen.

Aktienmärkte in Lateinamerika unter Druck

Angesichts der schwachen Verfassung der heimischen Wirtschaft und der schwachen Wall Street sind die Aktienkurse an der asiatischen Leitbörse in Tokio ebenfalls im ungebremsten Fall. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel am Freitag um 2,4 % auf 9 555 Punkte.

Schwere Verluste verbuchen auch die Aktienmärkte in Lateinamerika. Die Börse der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires war erneut am stärksten betroffen. Der Merval-Index fiel am Donnerstag (Ortszeit) um mehr als 4 % auf 242,20 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Anbindung des Peso an den Dollar Anfang der 90er Jahre. Der Bovespa an der größten Börse des Subkontinents in der brasilianischen Metropole Sao Paolo ging um 1,9 % auf 10 543 Punkte zurück.

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