Angst vor militärischer Bedrohung durch den Irak und Iran
Scharon hält US-Raketenabwehr für ein "absolutes Muss"

Der israelische Regierungschef Ariel Scharon hat die Verwirklichung der Raketenabwehrpläne der USA gefordert. Angesichts der militärischen Bedrohung durch den Irak und Iran sei das NMD-System ein "absolutes Muss".

ap WASHINGTIN/JERUSALEM. Der israelische Regierungschef Ariel Scharon hat vor seinem Treffen mit US-Präsident George W. Bush die Verwirklichung der geplanten amerikanischen Raketenabwehr (NMD) gefordert. Auf einer Konferenz in Washington verwies Scharon am Montagabend auf eine militärische Bedrohung durch Irak und Iran und bezeichnete die Raketenabwehr als "absolutes Muss". Scharon richtete erneut schwere Vorwürfe gegen die Palästinenser. In der Nacht zum Dienstag kam es in den Autonomiegebieten zu schweren Unruhen.

Scharon erklärte vor dem American Israel Public Affairs Committee, der irakische Präsident Saddam Hussein baue ein Arsenal von Massenvernichtungswaffen auf. Iran warf er die Unterstützung von Terrorgruppen vor. Israel sei stolz, als Partner der USA eine Abwehr gegen Raketenangriffe zu entwickeln, fügte Scharon hinzu.

Scharon schloss erneut ein umfassendes Friedenabkommen aus

Gleichzeitig schloss Scharon erneut ein umfassendes Friedenabkommen mit den Palästinensern aus. Er unterstütze den realistischeren Ansatz eines langfristigen Übergangsabkommens. Scharon bekräftigte auch seine Absicht, Friedensverhandlungen mit den Palästinensern erst nach einem Ende der Gewalt wieder aufzunehmen.

Das Treffen zwischen Bush und Scharon war für den (heutigen) Nachmittag geplant. Zuvor war Scharon mit US-Außenminister Colin Powell zusammengekommen. Dieser drang auf eine Lockerung des wirtschaftlichen Drucks auf die Palästinenser, was Scharon jedoch ablehnte. Powell unterstütze den Gedanken direkter Gespräche mit den Palästinensern zur Wiederherstellung eines Vertrauensverhältnisses, sagte ein Außenamtssprecher am Montag.

Bei Zusammenstößen wurden mindestens 9 Menschen verletzt

Bei Zusammenstößen im Gazastreifen und Westjordanland wurden in der Nacht zum Dienstag mindestens sieben Palästinenser und zwei israelische Soldaten verletzt. Die sieben Palästinenser erlitten die Verletzungen bei einem Gefecht im südlichen Gazastreifen nahe der ägyptischen Grenze. Im Westjordanland bei Nablus wurde ein Soldat in einem Jeep angeschossen. Ein zweiter Soldat wurde verletzt, als das Fahrzeug außer Kontrolle geriet.

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