Angst vor möglichem Totalverlust bei Carrier 1
Neuer Markt startet schlecht in die Woche

Die Absage des Börsendebüts von Private Media und schlechte Nachrichten um die finanzielle Situation von Carrier 1 haben am Montag gewaltig die Stimmung getrübt. Der Nemax büßte am Ende 2,3 Prozent auf 1 079 Punkte ein. Der Nemax 50 gab 3,2 Prozent auf 1 111 Punkte ab.

FRANKFURT/M. Viele Anleger sind am Montag bereits vor Börsenstart reichlich bedient gewesen. Quasi in letzter Minute hatte der spanische Porno Private Media Group-Produzent sein geplantes Börsendebüt mangels Nachfrage abgesagt und so all jene bestätigt, die das bereits ahnten. Damit ist vorerst wohl nicht mit Börsenneulingen am Neuen Markt zu rechnen. Mindestens genauso schwer wog die Nachricht, dass der Luxemburgische Telekom-Dienstleister Carrier wegen anhaltend schlechter Geschäfte den Rückkauf zweier hochverzinslicher Anleihen eingestellt hat, mit denen er vorher seinen expansiven Wachstumskurs finanzierte. Die Angst der Anleger vor einem möglichen Totalverlust wurde dadurch verstärkt, dass Carrier 1 einen seiner wichtigsten Kunden verloren und zuletzt deutliche Umsatzeinbußen erlitten hat. Damit verdichten sich die Hinweise, dass Carrier 1 dringend Geld braucht. Der Telekom-Dienstleister selbst soll sich schon mehrmals erfolglos zum Kauf angeboten haben. Kein Wunder, dass die Anleger aus der Aktie flohen, was deren Kurs um 38,5 % auf 0,75 Euro stürzte.

Für eine positive Überraschung sorgte dagegen der Pleitekandidat Kinowelt. Der Insolvenzverwalter des hoch verschuldeten Filmrechtehändlers ließ sich von einer Nachrichtenagentur damit zitieren, dass er eine Rettung des Unternehmens für möglich hält. Allerdings müssten die wichtigsten Deals bis Ende März über die Bühne gehen, um Kinowelt zu erhalten. Mit einer Einigung beim Verkauf der Kino-Kette Kinopolis rechnet er bereits in den nächsten Tagen. Einen guten Eindruck machte auch die Mitteilung, dass die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für Januar gezahlt wurden. Den Aktienmarkt trafen diese Meldungen natürlich wie einen Paukenschlag. Die Aktie explodierte förmlich um 200 % auf 0,72 Euro, was bei den Penny Stocks am Neuen Markt allerdings noch nicht einmal außergewöhnlich ist.

Weiter im Höhenflug befindet sich noch immer die Aktie von Orad Hi-tec Systems. Gestern legte sich um 3,9 % auf 3,67 Euro zu. Der israelische Entwickler virtueller Fernseh-Systeme erlebte bereits im Januar den Kurssprung seiner Aktie um über 150 %. Ein Auftrag der französischen Lotterie "Francaise de Jeux", die ihre Ziehungen aus einem virtuellen Studio ausstrahlen will, wurde da als Grund für das Kursfeuerwerk genannt.

Dingfestes gab es hingegen von Plasmaselect. Das ostdeutsche Biotech-Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 15,4 Mill. Euro bei einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 13,9 Mill. Euro. Die Aktie verlor um 3,4 % auf 2,30 Euro. Allerdings konnte Plasmaselect trotz immenser Verluste zumindest seine revidierten Planzahlen erreichen.

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