Angst vor Überkapazitäten belastet Automobil-Aktien
Rezessionssorgen und Nervosität belasten den Dax

Das Geschehen an den deutschen Börsen war auch am Dienstag von starker Nervosität geprägt. Dies lässt sich an den großen Kursschwankungen während des Tages ablesen. Einer anfänglichen Kursschwäche folgte bis zum Nachmittag eine kräftige Erholung.

FRANKFURT/M. Zum Handelsschluss lag der Deutsche Aktienindex (Dax) mit 4 019 Punkten knapp 0,5 % im Minus, nachdem er zeitweise knapp 2 % gewonnen hatte. Im Tagestief hatte der Index bei 3948,64 gelegen. Unterstützung erhielt die Börse am Nachmittag durch die freundliche Wall-Street-Eröffnung.

Die Kurserholung am Nachmittag wurde mit der nach wie vor bestehenden Hoffnung auf einen gezielten, durchdachten und regional begrenzten Gegenschlag der US-Militärs begründet. Von der fundamentalen Seite habe es kaum Neuigkeiten gegeben, betonten Händler. Nach wie herrsche am Markt große Unsicherheit im Hinblick auf die ökonomischen Folgen der Terroranschläge in den USA.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte vor einer Rezession in Deutschland. Die Konjunkturforscher sehen es als entscheidend an, dass die Investoren und Verbraucher in aller Welt schon bald wieder Vertrauen fassen. In diesem Zusammenhang fand die Meldung über einen Rückgang des Index des Verbrauchervertrauens in den USA im September von 114,0 auf 97,6 große Beachtung, zumal die Befragung schon vor den Anschlägen abnehmenden Optimismus zeigte. Der Index fiel so stark wie zuletzt im Oktober 1990.

Dass die deutsche Inflationsrate vom Statistischen Bundesamt für den Monat September mit 2,1 % (nach 2,6 %) gemeldet wurde, interessierte dagegen an der Aktienbörse kaum jemanden. Dies ist der niedrigste Stand seit einem Jahr. Zur Erinnerung: Noch im Monat Mai dieses Jahres hatte die seinerzeit bei 3,5 % liegende Inflationsrate bei einigen Notenbankern für Inflationsangst und Nervosität gesorgt.

Den größten Gewinn unter den Dax-Werten verzeichnete die zuvor überdurchschnittlich stark gedrückte Preussag-Aktie, die in der Spitze m bis zu 12,9 % auf 25,40 kletterte. Sie ging mit 5,7 % Plus aus dem Handel. Auch MAN mit knapp 5 % und die Commerzbank mit knapp 4 % Plus waren erneut unter den Gewinnern zu finden.

Auf der Verliererseite standen vor allem die Aktien der Automobilindustrie. Sorgen über eine weltweit möglicherweise stark nachlassende Nachfrage bei gleichzeitig bestehenden Überkapazitäten drückten auf die Stimmung in diesem Marktsegment. BMW und DaimlerChrysler gaben über 3 % ab; bei Volkswagen fielen die Verluste deutlich geringer aus. Henkel verloren 5 %, Kurseinbußen von mehr als 2 % verzeichneten zudem Adidas Salomon, Metro, Infineon und SAP.

Der Neue Markt konnte die Performance der Standardwerte schlagen. Der Nemax-50-Index beendete den Handel mit knapp 1 % Plus.

Die Kassamärkte der Regionalbörsen tendierten unterschiedlich. In Düsseldorf legten Ahag kräftig zu, während in München Fortec mit einem starken Kursgewinn aufwarteten. Solarworld waren in Berlin deutlich mehr gesucht, wie in Stuttgart Mologen. In Hannover verloren Brau und Brunnen an Boden. In Hamburg wiesen Deinböck und in Bremen Hapag-Lloyd einen deutlichen Verlust auf.

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