Angst vor US-Vergeltungsschlag
Am Neuen Markt fehlten wieder die Käufer

Die Aktienkurse am Neuen Markt sind am Freitag aus Angst vor einem möglichen US-Vergeltungsschlag stark gefallen. "Wenn am Wochenende etwas passiert, weiß man nicht, wie die US-Aktien am Montag reagieren", sagte ein Händler in Frankfurt. "Viele Anleger wollen die Aktienbestände abbauen, finden aber keine Käufer."

dpa-AFX FRANKFURT. Der Auswahl-Index Nemax 50 schloss mit einem Minus von 3,88 Prozent auf 824,51 Punkten. Nur die Aktien der niederländischen Teleplan International N.V. wiesen einen geringfügigen Gewinn auf. Sie schlossen mit einem Plus von 0,07 Prozent auf 14,01 Euro. Der alle Aktien umfassende Nemax-All-Share verlor 4,77 Prozent auf 851,59 Zähler.

"Die Wunden sitzen noch tief", sagte ein anderer Händler drei Tage nach der Terror-Serie in den USA. Vor der geplanten Eröffnung der US-Börsen am Montag habe er keine entscheidenden Impulse für den Neuen Markt erwartet. "Viele hatten Freunde und Bekannte im World Trade Center. Jetzt versucht man gemeinsam, die Schicksale zu verarbeiten."

Als Nemax 50-Schlusslicht schloss das Papier der Telefonauskunft Telegate AG. Es verzeichnete ein Minus von 20,66 % auf 3,11 Euro. Am Vortag war die Telegate-Aktie noch einsamer Spitzenreiter des Indexes gewesen.

Die Aktien des Heidelberger Biotechnologie-Unternehmens Lion Bioscience setzten ihre bereits seit sieben Tagen anhaltende Talfahrt weiter fort. Am Freitag waren sie zeitweise der größte Verlierer im Auswahl-Index des Neuen Marktes.

Thomas Brenning, Analyst bei der Helaba Trust Investment Consulting, empfahl in einer am Freitag veröffentlichten Studie, die Lion-Aktie überzugewichten. "Das Unternehmen verfügt derzeit über liquide Mittel von etwa 8 Euro pro Aktie." Der Geldverbrauch liege derzeit bei 0,40 Euro pro Aktie im Quartal. Nach eigenen Angaben will LION auf Grundlage seiner IT-Expertise nicht nur neue Medikamente, sondern auch Gesundheits-IT-Systeme entwickeln.

Dagegen legten die Aktien des Internet-Buchhändlers mediantis AG deutlich zu. Zuvor hatte die Gesellschaft den Verkauf des Online-Buchgeschäfts sowie die Marke buecher.de samt Internetadresse an die Augsburger Booxtra GmbH & Co. KG bekannt gegeben. Das am marktbreiteren Nemax All Share notierte Papier stieg auf dem Frankfurter Parkett auf 1,38 Euro und verzeichnete damit ein Plus von 27,78 %.

"Die Käufer spekulieren darauf, jetzt einen höheren Profit zu haben als bei Weiterführung des verlustreichen Geschäfts", sagte ein Händler. Die Börsenbewertung sei niedriger als der aktuelle Geldbestand. Es sei eine Überraschung, dass die Börse den Handel nicht ausgesetzt habe.

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