Anhänger als Freischärler in den Kampf geschickt: Radikaler Serbenpolitiker stellte sich dem Uno-Tribunal

Anhänger als Freischärler in den Kampf geschickt
Radikaler Serbenpolitiker stellte sich dem Uno-Tribunal

Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte serbische Freischärlerführer und Politiker Vojislav Seselj hat sich heute dem Uno-Tribunal in Den Haag gestellt. Er wurde in das Untersuchungsgefängnis in Scheveningen eingeliefert.

HB/dpa DEN HAAG. Ein Termin für seine erste Vorführung vor den Richter war heute noch nicht bekannt.

Seselj werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Kroatien, Bosnien und der nordserbischen Provinz Vojvodina zwischen 1991 und 1993 zur Last gelegt. Der einstige Verbündete von Ex-Präsident Slobodan Milosevic, der selbst seit einem Jahr in Den Haag vor Gericht steht, galt als eine führende Kraft hinter den von Serben betriebenen so genannten ethnischen Säuberungen mit dem Ziel eines groß-serbischen Staats.

Der 48 Jahre alte Politiker war noch am Samstag als Vorsitzender der Serbischen Radikalen Partei (SRS) bestätigt worden. Bei einer Kundgebung rief er am Sonntag in Belgrad seine Landsleute auf, keine vom Tribunal angeklagten Serben mehr nach Den Haag zu schicken. Er nannte in diesem Zusammenhang die Namen des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic und seines Armeechefs Ratko Mladic. Die beiden sind die prominentesten Angeklagten, die sich noch immer auf der Flucht befinden.

Seselj hat seinen Anhängern versprochen, vor seinen Richtern in Den Haag die "internationale Verschwörung gegen das serbische Volk" aufzudecken. Dabei werde er den Amerikanern, der Nato und dem Tribunal selbst den Prozess machen. Sesej will sich selbst verteidigen, wie es auch Milosevic macht. Der extreme Nationalist hat nach eigener Darstellung während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien 10 000 Anhänger seiner Partei als Freischärler in den Krieg geschickt. Er selbst habe keine militärische Kommandofunktion gehabt.

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