Anhaltend schwaches Konjunkturumfeld
Dax kratzt wieder an 3000-Punkte-Marke

Deutliche Kursgewinne nach Unternehmenszahlen der Deutschen Telekom, Eon und Thyssen-Krupp haben dem Dax am Donnerstag Auftrieb gegeben. Das Börsenbarometer schloss auf seinem Tageshoch bei 2 989,38 Punkten, ein Plus von 2,17 %. Der MDax gewann 0,54 % auf 3 318,58 Zähler. Der TecDax rückte um 1,89 % auf 397,38 Punkte vor.

dpa/rtr FRANKFURT. "Dem Markt hilft, dass die meisten Unternehmen bisher positiv mit ihren Zahlen überrascht haben", erklärte der Aktienstratege Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg die steigenden Aktiennotierungen. "Dabei geht aber vieles allein auf Kostensenkungen zurück und diese Schraube kann man nicht ewig weiterdrehen." Deswegen sei das Dax-Potenzial in einem anhaltend schwachen Konjunkturumfeld begrenzt. Klude sieht Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer bis Ende 2003 bei rund 3200 Punkten.

Im ersten Quartal schrumpfte die deutsche Wirtschaft überraschend um 0,2 % zum Vorquartal. Analysten hatten dagegen mit einem Plus von 0,1 % gerechnet. "Wir werden dieses Jahr wohl fast überhaupt kein Wachstum haben", äußerte sich der Volkswirt Gerd Haßel von der ING BHF-Bank pessimistisch. Bisher prognostizieren die meisten Forschungsinstitute noch ein Wachstum von rund 0,5 %.

Im Mittelpunkt des deutschen Handels standen bei hohen Umsätzen die Anteilsscheine der Deutschen Telekom, die um 5,62 % auf 12,40 ? zulegten. Der Bonner Konzern will am Jahresende wieder Gewinne einfahren und hat den Schuldenberg zuletzt unerwartet deutlich reduziert. Der neue Telekom-Chef Kai Uwe-Ricke setze bisher um, was er versprochen hat, kommentierte der Telekom-Analyst Torsten Achtmann von der Deka-Gruppe.

Nach überraschend guten Quartalszahlen legten zudem die Titel des Energieriesens Eon und des Mischkonzerns Thyssen-Krupp um 3,41 % beziehungsweise 3,05 % zu. Das boomende Stahlgeschäft verhalf Thyssen-Krupp, seinen Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 deutlich zu verbessern und die Erwartungen beim Vorsteuergewinn zu schlagen. Der Analyst Fabrice Theveneau von Societe Generale zeigte sich wenig überrascht von den Zahlen, verwies aber darauf, dass die gesamte Verbesserung allein aus der Stahl-Sparte gekommen sei, die von höheren Verkaufspreisen profitierte.

Bei Eon hat ein starkes Wachstum im Kerngeschäft Strom den Betriebsgewinn im ersten Quartal 2003 deutlich nach oben getrieben. Außerdem gab der Energiekonzern einen positiven Ausblick auf das Gesamtjahr. "Eon hat bestätigt, worauf die Leute nach den guten RWE-Zahlen gehofft hatten - ein starkes Quartal nach einem kalten Winter", sagte ein Analyst.

Dagegen standen Linde-Papiere unter starkem Verkaufsdruck. Sie verloren 5,47 % auf 30,60 ?. Der operative Gewinn des Wiesbadener Industriegase- und Gabelstaplerkonzerns ist im ersten Quartal entgegen den Erwartungen von Analysten deutlich zurückgegangen, was Linde vor allem auf den festen Euro-Wechselkurs zurückführte. Die Ziele für 2003 sieht das Unternehmen nun schwieriger zu erreichen. "Selbst wenn sich die Konjunktur erholt, wird es schwierig werden, mit einem guten zweiten Halbjahr ein schlechtes erstes Halbjahr auszugleichen", sagte der Analyst Bernd Schnarr von der WGZ-Bank.

Die Allianz-Titel schlossen bei 67,20 ? 1,43 % im Plus. Der Allfinanzkonzern will am Freitag über die Entwicklung im ersten Quartal berichten. Aus Finanzkreisen verlautete bereits am Donnerstag, dass die Allianz im Auftaktquartal 2003 einen Nettoverlust von rund 520 Mill. ? gemacht hat - deutlich mehr als der Durchschnitt der Analystenschätzungen von 408 Mill. ?.

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