Anhaltend starkes Interesse an Edelmetallen
Rohstoff-Papiere sichern in der Krise das Depot ab

Auf den ersten Blick scheinen Rohstoffe wegen der globalen Rezession eine wenig interessante Kapitalanlage zu sein. Doch dem ist nicht so, wie das anhaltend starke Interesse der Kapitalanleger an Edelmetallen und energetischen Rohstoffen zeigt.

HB FRANKFURT/M. Finanz-Experten sehen in Rohstoffen eine eigene Anlageklasse. "Aus Diversifikationsgründen stellen Rohstoffe eine zwingende Beimischung zu traditionellen Aktien- und Rentenportfolios dar", sagt Werner Krämer von Lazard Asset Management. Als Alternativ-Investment sind Rohstoffe - ähnlich wie Hedge Funds oder Private Equity - niedrig oder in Krisenzeiten oftmals sogar negativ korreliert zu Aktien und Anleihen. "Im Gegensatz zum Ausland sind direkte Rohstoff-Engagements in deutschen Portfolios kaum vertreten", sagt Krämer. Hinderlich seien hierzulande vor allem rechtliche Regelungen. Wolfgang Wzresniok-Roßbach von Dresdner Kleinwort Wasserstein weist in diesem Zusammenhang auf steuerliche Besonderheiten von Rohstoff-Investments hin. Während beim Kauf physischen Goldes keine Mehrwertsteuer anfalle, sei der Erwerb von physischem Silber und Platin als Kapitalanlage steuerpflichtig.

Rohstoffe stellen in ihrer Fülle ein heterogenes Marktsegment dar, da sich die einzelnen Rohstoffarten in den verschiedenen Konjunkturzyklen unterschiedlich entwickeln und nicht selten von externen Einflussfaktoren wie Witterung und Streiks abhängig sind. An angelsächsischen Märkten werden Rohstoffe in "Hard Commodities" (Industrie-Rohstoffe wie Energie, Edelmetalle, Buntmetalle, Holz) und "Soft Commodities" (Agrar-Rohstoffe wie Getreide, Genussmittel, Fleisch) unterschieden. Wegen der schwierigen Abwicklung beim Liefer- und Lagerprozess stellen direkte Rohstoff-Engagements für Kapitalanleger keine sinnvolle Alternative dar.

Für den Anleger sind Aktien von Unternehmen mit starkem Bezug zu Rohstoffen der erste Schritt für ein Engagement in diesen Sektor. Eine solche Strategie erwies sich am Goldmarkt während der vergangenen zwölf Monate als Volltreffer. Die entsprechenden Branchenindizes in Australien, Kanada und Südafrika haben sich während dieses Zeitraums in etwa verdoppelt.

Dem Anleger bieten sich neben Engagements in Rohstoffaktien und Rohstofffonds vor allem Engagements in Rohstoff-Derivaten an, die an Terminbörsen auf führende "Commodities" gehandelt werden. Deutsche Banken bieten den Anlegern darüber hinaus Optionsscheine und/oder Zertifikate auf Edelmetalle und Rohöl. Der Finanzinvestor ziele allerdings weniger auf die aktive Auswahl einzelner Rohstoffe, sondern sei unter strategischen Aspekten vielmehr bestrebt, Rohstoffe generell als eigene Anlageklasse in seinem Portfolio abzubilden, sagt Krämer. Daher würden sich Derivate anbieten, die auf marktbreiten Rohstoffindizes beruhen. Die Wertentwicklung der Indizes sei berechenbarer als einzelne Rohstoffe. An den US-Terminbörsen werden Futures auf folgende Indizes gehandelt: CRB-Index, Goldman Sachs Commodity Index (GSCI), DJ-AIG Commodity Index und S & P Commodity Index. Der seit 1957 berechnete CRB wurde als Marktführer vom GSCI abgelöst, weil er nach Ansicht von Maktteilnehmern nicht mehr die reale Entwicklung der Rohstoffmärkte abbildet. Der GSCI erreichte - auch wegen der 67%igen Energie-Gewichtung - in den vergangenen 30 Jahren eine mit Aktien vergleichbare Wertentwicklung.

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