Anhaltende Boykottmaßnahmen
Mubarak warnt vor Boykott und Abbruch der Beziehungen zu Israel

dpa KAIRO. Ägyptens Präsident Husni Mubarak hat vor einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel und einem Boykott aller Waren aus den USA und der Europäischen Union gewarnt. Ägypten wolle die Beziehungen im Nahen Osten wieder auf den normalen Stand bringen, zitieren die ägyptischen Tageszeitungen vom Dienstag den Präsidenten. Der Boykott Israels bedeute, dass die Türen für Dialog und Gespräche geschlossen würden. Mubarak sagte weiter, dass Israel Ägypten nicht bedrohe.

Angesichts der seit Wochen anhaltenden Boykottmaßnahmen in der ägyptischen Bevölkerung warnte der Präsident vor den Konsequenzen "emotional getroffener Entscheidungen". Die Ägypter seien verärgert über israelische Gräueltaten gegen die Palästinenser und hätten jeden Grund, israelische Waren zu boykottieren, sagte Mubarak. Aber wenn Ägypten Importe aus den USA und der EU boykottiere, müsse man darauf vorbereitet sein, auch die eigenen Exporte zu stoppen.

Musical-Aufführung untersagt

Viele Ägypter boykottieren seit Wochen Waren, von denen sie auf Grund von Gerüchten oder Informationen in den Zeitungen glauben, dass diese in Israel, in den USA oder von "jüdischen Unternehmen" in der EU hergestellt werden. In Live-Diskussionen im Radio warnen Fachleute inzwischen vor einem Boykott von Fast-Food-Ketten und Erfrischungsgetränkeherstellern. Allein in den Restaurant-Ketten stünden in Ägypten 80 000 Jobs auf dem Spiel. Darüber hinaus seien Ägypter im Rahmen von Franchise-Verträgen Eigentümer der Restaurants.

Der Boykott wird von den höchsten religiösen Führern im Land unterstützt. Die britische Sainsbury's-Kaufhauskette überlegt inzwischen, ob sie ihr gerade erst aufgenommenes Engagement in Ägypten wieder völlig einstellt.

Als vorläufigen Höhepunkt der Kampagne wurde in Ägypten auch die Aufführung des Musicals "David und Goliath" verboten. Als Grund habe ein staatliches Zensurkomitee angeführt, dass die Israelis ihren "sozialen und militärischen Rassismus auf der Grundlage des Mythos von David und Goliath geschaffen hätten" und damit beweisen wollten, dass sie das auserwählte Volk seien, berichten ägyptische Magazine und Tageszeitungen.

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