Anhaltende Branchenflaute
Boeing streicht weitere Stellen

Der weltgrößte Flugzeughersteller Boeing will im kommenden Jahr in seiner Zivilflugzeug-Sparte weitere 5000 Stellen abbauen.

Reuters SEATTLE. Boeing werde etwa 2500 Entlassungen aussprechen und den Rest durch natürliche Fluktuation erreichen, teilte die in Seattle im US-Bundesstaat Washington ansässige Verkehrsflugzeugsparte des Chicagoer Konzerns in der Nacht zum Donnerstag mit. Das Schlimmste habe der Geschäftsbereich damit überstanden, hieß es weiter.

Analysten bezeichneten die Streichungen als notwendig, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Boeing leidet unter der anhaltenden Branchenflaute nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sowie der schwachen Weltkonjunktur. Das Flugverkehrsaufkommen war drastisch eingebrochen, woraufhin viele Fluggesellschaften ihre Bestellungen verschoben oder storniert hatten.

Die angekündigten Stellenstreichungen in der Zivilflugzeug-Sparte folgen einer Reihe früherer Kürzungen. Seit den Anschlägen hat Boeing die Zahl der Mitarbeiter bereits auf 66 500 von zuvor 93 000 reduziert. Der Konzern beschäftigte Anfang November insgesamt noch 167 300 Menschen und damit rund 30



000 weniger als vor einem Jahr.

Trotz der schwierigen Lage gab Alan Mulally, Chef der Boeing Zivilflugzeug-Sparte, die Maßnahmen mit einigem Optimismus bekannt. "Auch wenn niemand von uns die Idee weiterer Stellenstreichungen mag, sieht es so aus, als hätten wir das Schlimmste zweifellos hinter uns", schrieb Mulally am Mittwoch in einer Mitteilung an die Belegschaft. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen nach einem 43-prozentigen Gewinnrückgang im dritten Quartal die Streichung von 1200 bis 1500 Stellen in seiner Dienstleistungssparte angekündigt und die Umsatzprognose für 2003 um zwei Milliarden auf 50 Milliarden Dollar gesenkt.

Analysten befürworteten die Kürzungen. "Unter dem Strich muss Boeing seine Kosten reduzieren, um gegenüber Airbus konkurrenzfähig zu bleiben (...) und erschwinglichere Maschinen für die Fluggesellschaften zu bauen", sagte Peter Jacobs vom Aktienhandelshaus Ragen Mackenzie. Im kommenden Jahr wird das US-Unternehmen jüngsten Angaben zufolge voraussichtlich 275 bis 285 Passagierjets und damit 50 Prozent weniger als im vergangenen Jahr ausliefern. Im Vergleich zu Boeing fielen die Stellenstreichungen bei dem europäischen Konkurrenten Airbus geringer aus. Zudem rechnet Airbus derzeit mit einer Auslieferungszahl für 2003 von 300 Einheiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%