Anhaltende Probleme bei Festnetzen
Siemens erwartet keinen Rückgang bei Mobilfunk

Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten erwartet Siemens im Geschäft mit Mobilfunknetzen für dieses Jahr kein weiteres Schrumpfen des Marktes.

gil HANNOVER. "Wir sehen den Markt dieses Jahr eher stagnieren als weiter fallen", sagte Volker Jung, Vorstand für die Bereiche Information und Kommunikation. Jüngst hatten Nokia, Ericsson und Lucent ihre Prognosen gesenkt. Jung: "Uns haben diese Umsatzwarnungen überrascht."

Angesichts der niedrigeren Investitionen der Netzgesellschaften ist der Weltmarkt für Netzausrüstung im vergangenen Jahr um rund 6 % geschrumpft und hatte fast allen Anbietern rote Zahlen beschert. Siemens hatte für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2001/02 (Oktober bis Januar) ein Ergebnis von 8 Mill. Euro ausgewiesen. Da sich der Aufbau der neuen UMTS-Mobilfunknetze anscheinend weiter verzögert, rechnen Marktbeobachter mit anhaltend schweren Zeiten für Ausrüster wie Ericsson, Nokia, Lucent und auch Siemens.

Die Münchener sehen sich allerdings bei Mobilfunknetzen in einer starken Position. "Mit weltweit 180 Kunden in mehr als 90 Ländern liegt Siemens weltweit auf Platz drei unter den Ausrüstern in den Mobilfunknetzen für GSM und GPRS", sagte der für Mobilfunknetze und Handys zuständige Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht. Mit diesem Erfolg sei man prädestiniert, bei UMTS ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen. Im gesamten Mobilfunkbereich, zu dem bei Siemens die Handys und die Infrastruktur gehören, will Siemens laut Lamprecht stärker wachsen als der Markt. "Wir haben uns in dem schwierigen Marktumfeld gut behauptet und in allen Bereichen Marktanteile gewonnen."

Der Bereich schreibt nach harten Sanierungsschritten wieder schwarze Zahlen. Bei den Handys hat Siemens 2001 zum ersten Mal den dritten Rang unter den weltweit größten Anbietern erklommen. Nach jüngsten Angaben der Marktforscher von Gartner Dataquest erreichte Siemens im vergangenen Jahr einen Weltmarktanteil von 7,4 %, jedoch klar hinter den Führenden Nokia (35 %) und Motorola (14,8 %). Siemens geht weiter davon aus, dass 2002 weltweit 420 Millionen Handys verkauft werden; im Vorjahr gingen 400 Millionen über die Verkaufstische.

Schwieriger ist die Situation beim Siemens-Bereich ICN, der Infrastruktur für Telekom-Festnetze liefert. Der seit kurzem amtierende Bereichsvorstand Thomas Ganswindt hat für den früheren Vorzeigebereich und jetziges Sorgenkind ein scharfes Sparprogramm verkündet, das mehr als 10 000 Stellen kostet. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wies ICN einen Verlust von 124 Mill. Euro aus. Obwohl Ganswindt auf der Cebit über viele neue Aufträge seit Jahresanfang berichtete, räumte er ein, dass die Situation schwierig sei: "Die Lage ist und bleibt angespannt." Er wollte keine Prognose abgeben, wann der Bereich wieder in die Gewinnzone zurückkehre.

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