Anhaltende Spekulationen
Untersuchungsausschuss zur Explosion in Toulouse

Angesichts der anhaltenden Spekulationen soll sich das französische Parlament mit der Katastrophe befassen.

dpa PARIS. Angesichts der anhaltenden Spekulationen über die Ursache der verheerenden Explosion in einer Chemie-Fabrik bei Toulouse soll sich das französische Parlament mit der Katastrophe befassen. Die Sozialistische Partei von Premierminister Lionel Jospin hat am Montag in Paris die Einberufung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses angekündigt. Ein Parteisprecher begründete diesen Schritt mit der derzeit herrschenden Verwirrung über die Ursache. Er betonte, dass die juristische Untersuchung unabhängig davon weiter laufe. Außerdem werde der Untersuchungsausschuss keine Resultate vorwegnehmen.

Bei der Katastrophe in der Chemiefabrik AZF, die zum TotalFinaElf-Konzern gehört, am 21. September starben 29 Menschen, 782 wurden verletzt. Seit der Explosion halten sich hartnäckig Vermutungen über einen Anschlag als Unglücksursache. Die Staatsanwaltschaft in Toulouse, die wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, geht jedoch weiter «mit 99-prozentiger Sicherheit» von einem Unfall aus, der wahrscheinlich durch Nachlässigkeit und unsachgemäße Lagerung der Chemikalien verursacht wurde. Dies war von der Fabrikleitung vehement bestritten worden.

Durch die Explosion war die Fabrik fast dem Erdboden gleichgemacht und 10 000 Wohnungen, Schulen, Geschäfte und auch ein Krankenhaus zerstört oder beschädigt worden. Die französische Regierung hat den Opfern der schlimmsten Industriekatastrophe in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg ein Hilfspaket von mehr als 1,5 Mrd. Franc (230 Mill. ?/448 Mill. DM) zugesichert.

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