Anhaltendes Wachstum
Bahnindustrie schreibt „ganz leicht schwarze Zahlen“

Dank stärker gefüllter Auftragsbücher fährt die Bahnindustrie besseren Zeiten entgegen. Nach Worten von Dieter Klumpp, dem Präsidenten des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland, sind die Auftragseingänge im Jahr 2001 um 30 % auf einen Rekord von 9,3 Mrd. Euro gestiegen.

va BERLIN. "Die Basis für ein anhaltendes Wachstum ist damit geschaffen", sagte Klumpp. Die in dem Verband vereinigten Unternehmen stellten im Jahr 2001 rund 34800 Arbeitsplätze - das sind 1500 mehr als im Vorjahr. Der Umsatz sank aber im selben Zeitraum von 8,1 Mrd. Euro auf 7,7 Mrd. Euro. Der Verband erklärt das unter anderem mit Pleiten und Übernahmen.

Für das laufende Jahr erwartet Klumpp bei den Erlösen wieder Steigerungen, während er davon ausgeht, dass die Beschäftigung konstant bleibt. Im Inland profitiere die Bahnindustrie inzwischen von den Mitteln für Investitionen in die Infrastruktur, die der Bund aufgestockt habe. Noch immer kommt die Vergabe der Aufträge dabei jedoch nur schleppend voran: Klumpp zufolge muss die Deutsche Bahn Netz erst noch eigene Planungskapazitäten ausbauen, um die Mittel "in vollem Umfang beplanen und vergeben zu können".

Den positiven Aussichten zum Trotz schreibt die Branche nach Angaben ihres Verbands insgesamt nur "ganz leicht schwarze Zahlen". Ertragreichere Zeiten erhoffen sich die Firmen vom Trend zum stark wachsenden Exportgeschäft, der auch im vergangenen Jahr anhielt: Von den Auftragseingängen kamen zuletzt 44 % aus dem Ausland. Gut entwickele sich der größte Bahnmarkt der Welt - Europa. Große Chancen böten sich in Großbritannien, wo das Eisenbahnwesen komplett modernisiert wird und eine Bahnindustrie nur noch rudimentär vorhanden sei.

Auch von der LKW-Maut erhofft man sich Wachstum, weil die Gebühr Kunden von der Autobahn auf die Schiene locken könnte. Nach der von der EU angestrebten Öffnung der europäischen Schienenetze für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen im Jahr 2008 "wird der Schienengüterverkehr sein größtes Wachstumsfeld finden".

Zukunftsmusik ist dagegen noch die technische Vereinheitlichung der europäischen Bahnsysteme, welche die Branche seit Jahren beschwört. Angesichts komplizierter Zulassungsprozesse sowie unterschiedlicher nationaler Vorstellungen über die Technologie dürfte das noch dauern. Bisher gibt es wenige Beispiele für einen intereuropäischen Austausch von Bahntechnologie. Das jüngste ist die Funkwerk AG, Kölleda, die sich als führenden Anbieter von Mobilfunksystemen für Verkehrsträger bezeichnet. Sie vermeldete einen Großauftrag von der französischen Bahngesellschaft SNCF in Höhe von 40 Mill. Euro.

Quelle:Handelsblatt

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