Anhand DNS-Analyse überführt
Polizei macht Bombenleger in Stuttgart dingfest

Der Mann legte ein Geständnis ab. Im wird vorgeworfen, für drei Bombenexplosionen verantwortlich zu sein und die Polizei erpresst zu haben.

wiwo/ap STUTTGART. Die Polizei hat am Freitag in Stuttgart einen mutmaßlichen Bombenleger festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilte, wurde der 37 Jahre alte Angestellte anhand einer DNS-Analyse überführt. Gegen den Elektrotechniker, der in Untersuchungshaft genommen wurde, wurde wegen eines Sexualdelikts ermittelt. Der Mann legte beim Haftrichter ein Geständnis ab. Der Angestellte soll laut Polizei im April 1995 und im Oktober 1996 in Stuttgart zwei Bombenexplosionen herbeigeführt und im September 1998 im Hauptbahnhof Stuttgart eine dritte Bombe abgelegt haben. Ferner bestehe der Verdacht, dass der Mann auch mit einer Erpressung gegen die Polizei Stuttgart im Dezember 1996 zu tun habe. In einer Telefonzelle in Stuttgart detonierte am 30. April 1995 der erste Sprengsatz, als ein damals 19 Jahre alter Kosovo-Albaner eine in der Zelle abgelegte Plastiktüte näher inspizieren wollte. Durch die Explosion erlitt der Mann zum Teil schwere Verletzungen. Nur dem Umstand, dass zum Explosionszeitpunkt die Tür der Telefonzelle noch geöffnet war und so die Druckwelle entweichen konnte, war es zu verdanken, dass der Mann nicht noch schlimmer verletzt wurde. Der zweite Sprengstoffanschlag ereignete sich am 18. Oktober 1996 ebenfalls in einer Telefonzelle. Eine 20-jährige Frau fand in der Zelle ein abgelegtes Päckchen, auf dem ein Geldbeutel lag. Als die Frau die Geldbörse anhob, explodierte das Päckchen. Auch hierbei erlitt das Opfer zum Teil schwere Verletzungen im Gesicht, am Oberkörper und an den Armen. Eine dritte Sprengvorrichtung wurde am 14. September 1998 an der S-Bahn-Haltestelle im Hauptbahnhof Stuttgart von Experten des baden-württembergischen Landeskriminalamtes entschärft. Ein bis heute unbekannter 50-jähriger Mann hatte unter einer Sitzbank am Bahnsteig eine abgelegte Plastiktüte mit Pappkarton gefunden und beim Aufsichtspersonal abgegeben. Bei einer Kontrolle entdeckte der Mitarbeiter eine Rohrbombe und alarmierte die Polizei. Nach akribischer Auswertung der Spuren stellte die Polizei fest, dass die drei selbst hergestellten Rohrbomben baugleich waren und es sich immer um denselben unbekannten Täter handelte. Hergestellt wurde ebenfalls ein Zusammenhang zu einer Erpressung im Dezember 1996, die gegen die Polizei gerichtet war. Ein Unbekannter hatte den Angaben zufolge in verschiedenen Briefen an die Polizei mehrere hunderttausend Mark gefordert und mit dem Ablegen einer Bombe gedroht. Eine Geldübergabe erfolgte nicht. Der Erpresser suchte keinen weiteren Kontakt.

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