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Anhörung von US-Soldatin England vertagt

Washington (dpa) - Die Anhörung der im Misshandlungsskandal von Abu Ghoreib schwer belasteten US-Soldatin Lynndie England ist auf Ende August vertagt worden. Die Militärrichterin Denise Arn kündigte am Samstag in Fort Bragg (North Carolina) an, dass sie die Bitte der Verteidigung nach der Vorladung von führenden Politikern und hochrangigen Offizieren prüfen wolle.

Washington (dpa) - Die Anhörung der im Misshandlungsskandal von Abu Ghoreib schwer belasteten US-Soldatin Lynndie England ist auf Ende August vertagt worden. Die Militärrichterin Denise Arn kündigte am Samstag in Fort Bragg (North Carolina) an, dass sie die Bitte der Verteidigung nach der Vorladung von führenden Politikern und hochrangigen Offizieren prüfen wolle.

Die Militärkommission muss entscheiden, ob Anklage gegen die 21-Jährige erhoben wird. Im Falle einer Verurteilung drohen der im siebten Monat schwangeren Soldatin bis zu 38 Jahre Haft.

Vor der Vertagung der Anhörung hatte die Verteidigung verlangt, dass unter anderem Vize-Präsident Richard Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und der ehemalige US-Kommandeur im Irak, General Ricardo Sanchez, in den Zeugenstand geholt werden. Nach Darstellung der Verteidigung haben England und die sechs anderen angeklagten Soldaten auf Befehl gehandelt. Als Dienstrangniedrigste sollten sie jetzt zu Sündenböcken in dem Skandal gemacht werden.

In den ersten fünf Tagen der Anhörung hatte die Verteidigung nicht den Beweis eines höheren Befehls antreten können. Vielmehr sagte ein Armeeermittler aus, dass England die Misshandlung Gefangener noch im Mai als Taktik zur «Einschüchterung» und «Demütigung» bezeichnet habe. Die Leine um den Hals eines am Boden liegenden nackten Häftlings sei nach ihren Worten ein «Instrument zur Einschüchterung» gewesen, um den Gefangenen von einer Zelle in eine andere zu bringen, berichteten US-Medien von der Anhörung.

Nach Angaben der Tageszeitung «New York Times» haben Zeugen das US-Militärgefängnis Abu Ghoreib als ein «Gefängnis im Chaos» bezeichnet. Militärpolizisten hätten selbst einen Ring von Prostituierten betrieben und illegal Alkohol verkauft. Kein Zeuge habe aber ausgesagt, dass es einen direkten Befehl gegeben habe, die Häftlinge - wie auf den rund 280 Misshandlungsbildern festgehalten - zu behandeln.

In anderen Aussagen sei die Behauptung der US-Regierung in Frage gestellt worden, bei den Misshandlungen von Abu Ghoreib handele es sich um die Einzeltaten von sieben «Schurkensoldaten», schreibt das Blatt. Einige Zeugen hätten beteuert, dass hochrangige Offiziere einschließlich des höchsten Geheimdienstoffiziers in dem Gefängnis, von dem missbräuchlichen Einsatz von Hunden, einigen Misshandlungen und dem Tod eines Irakers gewusst hätten.

Ein Geheimdienstmitarbeiter habe ausgesagt, dass zwei seiner Kollegen dabei gewesen seien, als nackte irakische Häftlinge eine Pyramide bilden mussten.

Die Tageszeitung «Washington Post» zitierte Zeugen, wonach einige irakische Häftlinge lieber nackt geblieben seien, als Leinensäcke oder Damenunterwäsche zu tragen.

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