Ankara prüft rechtliche Schritte
Türkei droht Paris mit Abbruch der Militär-Kontakte

Die Türkei hat den Nato-Partner Frankreich aus Verärgerung über eine Ausstellung der Journalistenhilfsorganisation "Reporter ohne Grenzen" mit einem Abbruch der militärischen Kontakte gedroht.

dpa ANKARA. Stein des Anstoßes ist eine im Pariser Bahnhof Saint-Lazare ausgelegte Weltkarte, auf der neben Diktatoren wie Saddam Hussein auch der türkische Generalstabschef Hüseyin Kivrikoglu als "Feind der Pressefreiheit" angeprangert wird.

Zugleich wurde am Mittwoch der französische Botschafter in Ankara, Bernard Garcia, ins Außenministerium einbestellt, wo ihm der "heftige Protest" der türkischen Regierung übermittelt worden sei, berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Garcia habe in der halbstündigen Unterredung darauf hingewiesen, dass "Reporter ohne Grenzen" eine Nichtregierungsorganisation sei.

"Wenn die französischen Streitkräfte nicht innerhalb einer angemessenen Zeit reagieren, können die militärischen Beziehungen überdacht werden", hatte zuvor der Generalstab dem französischen Militärattache in Ankara zu verstehen gegeben. Ankara schaltete zudem einen französischen Anwalt ein, um rechtliche Schritte gegen "Reporter ohne Grenzen" zu prüfen.

Erst vor zwei Jahren hatte eine Resolution des französischen Parlaments, in der der "Völkermord" an den Armeniern im Ersten Weltkrieg offiziell anerkannt worden war, für eine Eiszeit in den türkisch-französischen Beziehungen geführt.

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