Anklage wegen Steuerhinterziehung
Max Strauß kommt vor Gericht

Der Strafprozess gegen den Sohn von Franz-Josef Strauß findet vor der 10. Strafkammer beim Landgericht Augsburg statt. Ein Termin dafür stehe noch nicht fest, teilte das Gericht mit.

HB/dpa AUGSBURG. Max Strauß (43) muss sich demnächst wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Das Landgericht Augsburg ließ am Montag die Anklage zu. Wegen des Steuergeheimnisses machte das Gericht keine inhaltlichen Angaben zu der Anklage. Medienberichten zufolge wird dem Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) vorgeworfen, er habe aus gemeinsamen Geschäften mit dem jetzt in Kanada lebenden Rüstungs-Lobbyisten Karlheinz Schreiber umgerechnet rund 2,5 Mill. ? nicht versteuert. Max Strauß bestreitet dies.

Der Strafprozess gegen den Münchner Rechtsanwalt findet vor der 10. Strafkammer beim Landgericht Augsburg statt. Ein Termin dafür stehe noch nicht fest, teilte das Gericht mit. Der Termin hänge von der Antwort auf Rechtshilfeersuchen ab, die der Kammervorsitzende an die Justiz in Kanada, Frankreich, Italien, der Schweiz sowie im Libanon und in Hongkong richten müsse.

Zu den Vorwürfen teilte das Gericht lediglich mit, es gehe um "drei Fälle der Einkommensteuerhinterziehung in Tatmehrheit mit drei Fällen der Gewerbesteuerhinterziehung". Die vom 26. Oktober 2002 stammende Anklage der Staatsanwaltschaft sei am Montag zugelassen worden. Dadurch ruhe die Verjährung für einen Zeitraum von fünf Jahren.

Das Verfahren gegen Max Strauß ist Teil der Affäre um den Waffenlobbyisten Schreiber, die auch die CDU-Spendenaffäre ans Licht gebracht hatte. Das Geld für den Strauß-Sohn soll möglicherweise Ersatz für missglückte Immobiliengeschäfte gewesen sein, die Schreiber für die Familie Strauß in Kanada tätigte. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft waren die Schreiber-Mill. auf einem Schweizer Treuhand-Konto mit dem Decknamen "Maxwell" geparkt, das die Ermittler Max Strauß zuschreiben. Allerdings hatte Schreiber vor einem Jahr bei seiner Vernehmung durch den CDU-Spendenuntersuchungsausschuss des Bundestages im kanadischen Toronto bestritten, dass Max Strauß Geld von ihm bekommen habe.

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