Ankündigung eines erweiterten Kundenservices hat keinen Einfluss
DAB-Aktie sinkt weiter

Reuters FRANKFURT. Ungeachtet einer Initiative der Direkt Anlage Bank AG (DAB) zur Kundenberatung haben die Aktien des Discount-Onlinebrokers am Donnerstag ihre im Januar begonnene Talfahrt fortgesetzt. Die am Neuen Markt notierten Titel fielen in der Spitze rund 20 % auf ein vorläufiges Tagestief bei 21,30 Euro, was Händler vor allem mit der hohen Bewertung der Papiere im Vergleich zur Konkurrenz begründeten. Zur Kundenberatung will die Tochter der HypoVereinsbank künftig unabhängige Vermögensverwalter einsetzen. Die DAB ergänze damit ihr Angebot und erschließe eine bisher noch nichte bediente Kundengruppe, sagte Vorstandschef Matthias Kröner.

Die Münchener Direkt Anlage Bank ist nach Marktkapitalisierung der zweitgrößte Direktbroker in Europa, hinter Konkurrent Comdirect und vor der Nürnberger Consors AG. In den vergangenen Wochen hatte die DAB dem Verfall der Kurse am Wachstumssegment besser trotzen können als ihre Wettbewerber. "Die DAB ist von den drei deutschen Direktbrokern am höchsten bewertet", sagte Ralf Dibbern, Analyst bei M.M. Warburg. "Zum Teil ist das auch gerechtfertigt, weil sie als am besten positioniert gilt", fügte er hinzu.

Neuer Service: Internetgestützte Vermögensberatung

Im Rahmen der neuen Initiative könnten die DAB-Kunden künftig über eine Datenbank Vermögensverwalter aus dem ganzen Bundesgebiet erreichen, die sie dann in Finanzfragen berieten, erklärte das Unternehmen. Die Beratung, die auch Anlageprodukte anderer Anbieter umfasse, könne ab einer Anlagesumme von 1 000 Euro in Anspruch genommen werden.

Nach Kröners Angaben gibt es 1200 zertifizierte Vermögensberater in Deutschland, die unabhängig arbeiten. "In Deutschland lassen sich die Leute meistens von ihrer Bank oder ihrer Sparkasse beraten. Aber wir erwarten einen starken Zuwachs für unabhängige Beratungsdienste in Deutschland. Das ist ein Zukunftsmarkt", sagte der DAB-Chef. Er rechne damit, dass der Anteil der Kunden, die die Dienste unabhängiger Berater in Anspruch nähmen, am Gesamtmarkt von derzeit nur wenigen bis 2003 auf fünf Prozent steigen. Die Kosten für die Initiative könnten vernachlässigt werden.

Am Neuen Markt gaben die Aktien der DAB-Konkurrenten Comdirect um 7,6 % auf 12,60 Euro nach, Consors büßten 3,8 % auf 27,90 Euro ein. Seit Januar hatten die Titel der drei Internetbanken um bis zu 50 % ihres Kurswertes verloren. Börsianer begründeten die Entwicklung mit der anhaltenden Schwäche der Aktienmärkte, da Kundentransaktionen in einem derartigen Marktumfeld rückläufig seien und die Ertragssituation der Unternehmen belaste.

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