Ankündigungen aus Kuwait bereiten Sorge
Ölpreis gibt spürbar nach

Der Ölpreis ist am Montag merklich gesunken, nachdem die jüngsten irakischen Zugeständnisse gegenüber der Uno zu Spekulationen über die Verschiebung eines Irak-Kriegs geführt hatten.

Reuters LONDON. Außerdem hatten die militärischen Vorbereitungen der USA einen Rückschlag erhalten, nachdem es das türkische Parlament am Samstag abgelehnt hatte, US-Truppen für einen Irak-Krieg ins Land zu lassen.

Der Preis für die führende Nordsee-Ölsorte Brent fiel am Montag im Verlauf um 58 Cent auf 32,21 Dollar je Barrel (ein Barrel = 159 Liter). US-Leichtöl verbilligte sich sogar im elektronischen Handel um 75 Cent auf 35,85 Dollar. Der Preis dieser Ölsorte liegt damit um mehr als vier Dollar unter dem vorige Woche verzeichneten Zwölfjahreshoch von 39,99 Dollar. Die Entscheidung Iraks, am Wochenende mit der Zerstörung ihrer Kurzstreckeraketen zu beginnen und die Aufforderung von Frankreich und Russland für eine friedliche Lösung der Krise hätten die Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen veranlasst, sagten Händler. Im Mittelpunkt des Marktinteresses rücke eine mögliche Verschiebung der militärischen Aktion, die die "Kriegsprämie" im Ölpreis verringern würde, sagte ein Ölmarkt-Analyst.

Irak hatte am Wochenende zehn seiner 120 "El-Samud-2"-Raketen zerstört. UNO-Waffeninspektor Hans Blix würdigte dies als "sehr wichtigen Teil einer echten Abrüstung". Irak sagte am Montag außerdem zu, einer seit Monaten erhobenen UNO-Forderungen nachzukommen und in einer Woche einen weiteren Bericht zu seinen chemischen und biologischen Waffen vorzulegen.

Die USA schienen zwar von den jüngsten Zugeständnissen Iraks wenig beeindruckt zu sein, sagten Händler. Die militärischen Pläne der USA könnten allerdings durch die Entscheidung des türkischen Parlaments beeinträchtigt werden. Das türkische Parlament hatte am Samstag unerwartet den USA die Zustimmung verweigert, mehrere zehntausend Soldaten für einen Irak-Krieg im Osten des Landes zu stationieren.

Die US-Militärführung kann nach eigenen Angaben einen alternativen Plan ohne Nutzung von türkischen Gebieten einsetzen. Analysten sagten aber, eine solche Änderung würde eine militärische Aktion verlangsamen, teurer und risikoreicher machen.

Die Sorgen über eine Verknappung des Ölangebots im Falle eines Krieges wurde am Montag durch Aussagen aus Kuwait verstärkt, das Land würde beim Beginn von militärischen Aktionen Ölfelder mit einer Kapazität von 400.000 Barrel je Tag schließen. Analysten rechnen bereits mit dem Ausfall der irakischen Ölproduktion von 1,7 Millionen Barrel je Tag im Falle eines Krieges.

Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), Abdullah el Attijah, sicherte allerdings zu, die OPEC werde bei einem Krieg ihre Förderbegrenzung außer Kraft setzen und ihre Mitglieder würden bis zu Kapazitätsgrenzen produzieren.

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