Anlage hält mit Bundeswertpapieren und Geldmarktfonds mit
Tages- und Festgeld als attraktive Fluchtburgen

Lieber ein paar Prozent Zinsen auf dem Konto als die zweifelhafte Chance auf eine aufregende Renditen - ohnehin entmutigt von der Börsenbaisse, treibt das anhaltend politisch bedingte Kurs-Jojo viele Anleger weg vom Aktienmarkt. "Manche haben die Nase voll. Sie wollen ganz sicher gehen und wollen 30-Tage-Geld", sagt Andreas Köchling, Leiter Research bei der Frankfurter Sparkasse 1822. Auch eine Anlagestrategin von einer deutschen Großbank spricht von "Verzweifelten", für die entgegen jeden rationalen Gedankens nur noch Festzinsanlagen zählen.

FRANKFURT/M. In den vergangenen Monaten hätten Kunden erneut stark nach kurzfristigen, sicheren Anlagen gefragt, sagt Köchling. Im Januar und Februar dieses Jahres flossen denn auch über 6 Mrd. in Geldmarktfonds, gibt der deutsche Fondsverband BVI an. Das sind noch einmal rund ein Drittel mehr als zu Jahresbeginn des Börsen-Krisenjahres 2002 und knapp das Dreifache gegenüber Januar und Februar 2001.

Die aktuellen Konditionen für Tages- und Festgeldanlage

"Die Anleger stellen den Risikoaspekt bei der Geldanlage jetzt vielleicht zu sehr in den Vordergrund", analysiert Köchling. Niemand liege allerdings verkehrt, wenn er nach der Daumenregel vorgehe, bis zu drei Netto- Gehälter als Liquiditätsreserve in Festgeld zu halten. Auch Anleger, die auf den richtigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg in den Aktienmarkt warten, hielten ihr Geld massiv in Festzinsanlagen, bestätigt Stefanie Bessin, Bereichsleiterin Wertpapiergeschäft bei der Frankfurter Volksbank. Ein Drittel der persönlichen Aktienquote sollten Anleger derzeit liquide halten, ergänzt Köchling.

Wer also Geld parken möchte, findet neben den beliebten Geldmarktfonds in Tages- wie auch Festgeld interessante Alternativen. Trotz anhaltend sinkender Zinsen erhält ein Anleger für Tagesgeld in der Spitze immerhin 3,7 %., für Festgeld bis zu 4 %. Deutsche Staatsanleihen mit bis zu sechs Jahren Laufzeit werfen dagegen höchstens 3,5 % ab. Auch gegenüber Geldmarktfonds, die in den vergangenen zwölf Monaten in der Spitze 4,2 % brachten, bietet das Kontensparen zwei Vorteile: Der Anleger weiß exakt, wie viel er heraus bekommt. Die Anteilswerte der Geldmarktfonds schwanken hingegen leicht. Zudem kosten Tages- oder Festgeldkonten nichts. Bei Fonds hingegen fallen Gebühren von im Schnitt 0,6 % an. Das schmälert die Rendite.

Wermutstropfen der attraktiven Tages- und Festgeldangebote: Bei folgenden Banken sind pro Person nur maximal 20 000 über den niederländischen Einlagensicherungsfonds abgesichert: Demir-Halk-Bank, Finansbank, Garanti-Bank und Kocbank. Wer sich nur auf den deutschen, unlimitierten Einlagensicherungsfonds verlassen will, muss sich bei Tagesgeld mit 3 % begnügen, bei Festgeld mit 2,95 %. Das entspricht immerhin der Rendite für Bundesanleihen mit vier Jahren Laufzeit.

Die Printausgabe Handelsblatt veröffentlicht künftig jeweils zum Monatsende aktuelle Tagesgeld- und Festgeldkonditionen.

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