Anlageklasse Infrastruktur begeistert Börsianer
Brücke zum Boom

Kapitalanlagen im Bereich Infrastruktur sind seit Jahren der Renner. Doch Experten sind sich einig: der Boom hat erst begonnen. Warum gehen die Analysten von einem weiteren Wachstum aus?

FRANKFURT. "In der sich rasch ändernden Welt wird das Thema Infrastruktur die Finanzmärkte bestimmen", sagt Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank. Die Weltbank hat das Investitionsvolumen für Aufbau und Instandhaltung von Infrastruktur von 2005 bis 2010 auf jährlich 850 Mrd. Dollar geschätzt. Aktuelle Schätzungen von Experten gehen inzwischen darüber hinaus. Die American Society of Civil Engineers schätzt, dass allein in den USA rund 1,6 Bill. Dollar investiert werden müssen, um die nicht immer modernsten Ansprüchen genügende Infrastruktur des Landes auf ein "akzeptables Niveau" zu bringen.

Treiber des Booms beim Aufbau, bei der Modernisierung und Instandhaltung von Verteilungsnetzen (Strom, Gas, Wasser) und Verkehrswegen (Straße, Schiene, Luft und Wasser) ist das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung. Die Weltbank schätzt, dass bis 2030 mehr als die Hälfte der dann acht Mrd. Menschen in Städten leben werden. Die daraus resultierenden Anforderungen bedeuten ein riesiges Investitionsvolumen. "Die Anlageklasse Infrastruktur wird an den Börsen daher ein vorherrschendes Thema", sagt Robin Jakob vom Schweizer Researchhaus LPX.

"Moderne Infrastruktur ist ein wesentlicher Standortfaktor", sagt Jakob. Jüngste Ereignisse beweisen dies. Die Bedeutung funktionierender Infrastruktur-Einrichtungen wurde zuletzt unterstrichen, als es in der Republik Südafrika aufgrund maroder Leitungsnetze zu Stromausfällen kam und viele Bergbaubetriebe vorübergehend schließen mussten. Zudem strich das Rohstoff-Konglomerat Rio Tinto wegen der unsicheren Energieversorgung den geplanten Bau einer neuen Aluminium-Schmelzhütte in Südafrika.

Ein weiteres Beispiel: Die philippinische Regierung hat in diesen Tagen ihre Zielmarke von mehr als fünf Millionen ausländischer Touristen im Jahr zurückgeschraubt, weil Manila mit dem Ausbau der Verkehrswege nicht hinterherkommt.

Die wesentlichen Vorteile der boomenden Anlageklasse Infrastruktur sehen die Fachleute von Credit Agricole Asset Management nicht zuletzt in den aus solchen Einrichtungen fließenden regelmäßigen und steten Cash-Flows. Darüber hinaus wirkt sich für den Anleger vorteilhaft aus, dass Infrastruktur-Investments eine nur geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen Aktien und Anleihen haben. Infrastrukturanbieter weisen zudem auch ein mit ihrer dominierenden Marktstellung zu begründendes positives Risiko-Rendite-Profil auf.

Aus diesem Grunde werden zahlreiche Anbieter im Bereich Basisinfrastruktur (Mautstraßen, Häfen, Flughäfen, Pipeline-Betreiber) beim Schweizer Researchhaus LPX auch als "natürliche Monopole" gesehen. Ein einzelner großer Anbieter in diesem Sektor offeriere Produkte und Dienstleistungen billiger als ein aus mehreren kleinen Firmen bestehendes Konsortium. Aus diesem Grunde tragen die Infrastrukturindizes dieses Researchhauses den Namen "Natural Monopoly Indices" - NMX.

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