Anlagenbau- und Chemiekonzern erwartet Ergebnisrückgang von 12 bis 16 Prozent
MG Technologies sieht keinen Grund für Verkäufe

"Nein!" - von einem Verkauf der Chemietochter Dynamit Nobel (DN) will Kajo Neukirchen, Vorstandschef der Frankfurter MG Technologies AG, absolut nichts wissen: "Was finden Sie bloß so toll daran, wenn man etwas verhökert?"

wb/zel FRANKFURT/M. Auch von einer Studie, in der die Investmentbank Merrill Lynch den DN-Verkauf zum Schuldenabbau empfiehlt, hält Neukirchen wenig. Der Bericht darüber sei in der MG, der früheren Metallgesellschaft, unter "gelesen, gelacht, gelocht" abgehakt worden und in der Schublade verschwunden.

Ein klares Urteil hat Neukirchen auch über die Verfasser der Studie parat: "Diese Abteilung von Merrill Lynch hatte im Zusammenhang mit unserem GEA-Kauf Geschäftsbeziehungen zu uns bis Ende 1998. Dabei sind uns die Herren weder durch besondere Kreativität noch durch großes Engagement aufgefallen." Die MG leide mit einer Netto-Verschuldung von 1,2 bis 1,3 Mrd. Euro nicht unter überhöhten Schulden und habe auch keine Liquiditätsprobleme - und deshalb gebe es keinen Grund für einen Verkauf von Dynamit Nobel.

Rückendeckung kommt auch vom MG-Aufsichtsrat. Helmut Werner, Vorsitzender des Gremiums, sagte dem Handelsblatt, dass das Unternehmen keine Liquiditätsprobleme habe. Das Niveau der Verschuldung sei "nicht kritisch". Derzeit gebe es keine Überlegungen, sich von Tochtergesellschaften zu trennen.

Trotz eines recht stabilen 9-Monats-Umsatzes von 6,18 (Vorjahreszeitraum: 6,23) Mrd. Euro kann sich auch der Anlagenbau- und Chemiekonzern von den Wirkungen der allgemeinen Flaute nicht frei machen. Im Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) will Neukirchen ein Vor-steuerergebnis von 310 bis 325 Mill. Euro erzielen, gegenüber den 368 Mill. Euro des Vorjahres ein Rückgang zwischen 12 und 16 %. Darin seien Forderungsausfälle aus Insolvenzen - auch zu erwartende wie ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag bei Babcock - bereits berücksichtigt. Ohne Sondereffekte werde der Rückgang nur im einstelligen Prozentbereich liegen.

Dass das Ergebnis vor Steuern im dritten Quartal mit 79 (103) Mill. Euro über der durchschnittlichen Analysten-Schätzung von 71 Mill. Euro lag, verhalf der MG-Aktie am Donnerstag zu einem deutlichen Kurssprung nach oben. Dazu beigetragen haben auch die Aussagen, dass der Verkauf des Chemiehandels-Teilkonzerns Solvadis "auf gutem Weg" und der Kreis der Zukaufskandidaten für DN und GEA "weiter eingeengt" sei.

Vom kommenden Jahr an sollen die Optimierung von Abläufen und Strukturen sowie Reduzierungen des Materialaufwands Einsparungen von rund 100 Mill. Euro jährlich bringen. Trotz der aktuell eingeschränkten Wachstumsmöglichkeiten sucht die MG Chancen in neuen Aufgabenfeldern. So hofft sie auf einen Auftrag aus den USA für Bioethanol- und Biodiesel-Anlagen über 200 Mill. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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