Anlagenbauer investiert in den Ausbau des Standorts Aachen
Aixtron strahlt wie die Leuchtdioden

Mit einem guten Jahresabschluss und einer leicht über den Erwartungen liegenden Prognose für 2001 überraschte die Aachener Aixtron die Börse. Die meisten Analysten reagierten prompt und stuften die High-Tech-Aktie herauf. Kein Wunder: Aixtron verkauft keine Visionen, sondern echte Zukunftstechnik.

agr DÜSSELDORF. Die Aachener Aixtron AG bestätigt ihre Stellung als Ausnahmewert am Neuen Markt. Das auf den Bau von Maschinen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern, insbesondere Leuchtdioden (LED), die beispielsweise in Auto-Bremslichtern eingesetzt werden, spezialisierte Unternehmen konnte sich nach Vorlage der Bilanz für 2000 und der Prognose für 2001 deutlich gegen den negativen Trend an der Börse absetzen. "Vor allem der positive Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr hat den Kurs beflügelt", sagte Antje Liermann, Aktienhändlerin beim Bankhaus M.M. Warburg.

Für 2001 rechnet Aixtron mit einerSteigerung des Konzernergebnisses um 59% auf 29,5 Mill. Euro und einem Umsatzwachstum um 49% auf 235 Mill. Euro. Allerdings gab es auch skeptische Stimmen. Ingolf Böhle vom Investmenthaus Delbrück Asset Management zeigte sich wenig überrascht von den guten Zahlen. Das Ergebnis sei sehr gut, die Aktie dennoch überbewertet. Aixtron wachse zwar kräftig, aber zu gering, um das aktuelle Bewertungsniveau zu rechtfertigen. Andere Analysten sehen am Markt für Leuchtdioden sogar Wolken aufziehen und befürchten eine Gefährdung des Wachstums. Immerhin erzielt Aixtron etwa die Hälfte des Umsatzes mit Maschinen zur Herstellung von Leuchtdioden.

Die Aixtron-Vorstände Holger Jürgensen und Kim Schindelhauer begründen ihren Optimismus dagegen mit vollen Auftragsbüchern. Der Auftragsbestand beläuft sich per 31. Dezember 2000 auf 151 Millionen Euro und liegt damit um 105% über dem Vorjahreswert. Schindelhauer schätzt den Weltmarktanteil von Aixtron auf 56%. Der größte Wettbewerber, die US-Firma Emcore, folge mit 28%.

Jürgensen räumte aber ein, dass Aixtrons größte Herausforderung darin bestehe, schnell genug zu wachsen, um mit dem rasanten Wachstum des Marktes mithalten zu können. Daher will Aixtron weiter in den Ausbau der Produktionskapazitäten in Aachen investieren (10 bis 15 Millionen Euro). Gleichzeitig werden Verkauf und Service in den wichtigsten Auslandsmärkten ausgeweitet. Im Januar wurden Vertriebstöchter in Japan und Korea gegründet. Eine Gründung in Taiwan ist geplant. Übernahmen von Konkurrenten schließt Schindelhauer "trotz gut gefüllter Kriegskasse" aus. Lediglich zur Verbesserung der technologischen Basis seien kleinere Akquisitionen denkbar. Eine "vertikale Diversifikation" werde es auch nicht geben.

2000 seien zur Absicherung des Technologievorsprungs 18 Patente angemeldet worden. In Forschung und Entwicklung investierte Aixtron 6(7) % des Umsatzes. Beispielsweise kooperiert Aixtron bei der Entwicklung von Anlagen zur Herstellung von organischen Leuchtdioden (OLEDS) mit einer US-Firma. OLEDS könnten Aixtron neue Märkte öffnen, ohne den in der Beleuchtungs- und Anzeigentechnik eingesetzten anorganischen Leuchtdioden Konkurrenz zu machen. OLEDS sind geeignet für kleine, sehr flache und flexible Displays, die Flüssigkristall-Anzeigen inHelligkeit, Bildaufbau, Kontrast und Stromverbrauch überlegen sind. Herkömmliche LED verbrauchen bei höherer Lebensdauer ein Zehntel des Stroms, den eine Glühbirne benötigt.

Freuen können sich die Aktionäre des Unternehmens. Die Dividende soll um 122% auf 0,20 Euro steigen. Außerdem wird es in Verbindung mit einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln um 32,3 auf 64,6 Millionen Euro einen Aktiensplit im Verhältnis 1:1 geben, so dass jeder Aktionär für eine Aixtron-Aktie zusätzlich eine weitere erhält.

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