Anlagenbauer rechnet mit Ergebnisrückgang
Dürr kommt nicht aus den roten Zahlen

Der Stuttgarter Anlagenbauer Dürr ist auch nach neun Monaten 2002 nicht aus den roten Zahlen heraus gekommen und rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem operativen Ergebnisrückgang.

Reuters STUTTGART. In den ersten drei Quartalen habe sich wegen der Sanierung bei der Darmstädter Tochter Carl Schenck und im US- Geschäft ein Verlust vor Steuern von 5,7 Millionen Euro ergeben, teilte der Hersteller von Lackierstraßen und Montagelinien am Mittwoch mit. Vor Jahresfrist hatte Dürr noch 20,1 Millionen Euro Gewinn verbucht. Die Restrukturierungskosten lasteten mit 22 Millionen Euro auf dem Konzern. Die weltweit schwache Automobilkonjunktur und der scharfe Wettbewerb ließen das Ergebnis 2002 aber auch ohne diese einmaligen Aufwendungen unter das Vorjahresniveau sinken, warnte Dürr.

Ein Sprecher sagte, das operative Ergebnis werde allenfalls zehn Prozent unter das Vorjahresniveau fallen. Im vergangenen Jahr hatte Dürr 47,3 Millionen Euro vor Steuern verdient. Ausgerechnet die lukrativen kurzfristigen Aufträge seien ausgeblieben, begründete Dürr seine zunehmende Skepsis. Bei den lang laufenden Großaufträgen sei die Situation stabil. Bisher hatte das Unternehmen noch gehofft, den Gewinn aus dem Vorjahr operativ, also um Sondereffekte bereinigt, wieder erreichen zu können. Allein Schenck verbuchte bisher 20 (minus 18) Millionen Euro Verlust vor Steuern.

Der hohe Auftragseingang und-bestand macht dem Unternehmen Hoffnung auf das nächste Jahr. "Dürr sieht gute Chancen für eine Ergebnisverbesserung 2003", teilte der Anlagenbauer mit. In den ersten neun Monaten 2002 kamen Aufträge über 1,78 Milliarden Euro herein, ein Viertel mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand stieg nach Großaufträgen aus Europa, Amerika und China um 21 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro und soll auch am Jahresende höher sein als vor Jahresfrist. Die Auslastung in den einzelnen Bereichen sei aber stark unterschiedlich. Der Umsatz lag nach neun Monaten mit 1,43 (1,45) Milliarden Euro fast auf dem Vorjahresniveau.

Im dritten Quartal verbesserte sich die operative Lage von Dürr deutlich. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdiente der Konzern 28,1 Millionen Euro, nachdem es im ersten Halbjahr insgesamt nur 21,9 Millionen Euro waren. In den ersten drei Quartalen hinkte das Ebitda mit 45,0 (89,2) Millionen Euro dennoch deutlich hinter dem Vorjahresniveau her. Vor Steuern blieb im dritten Quartal ein Gewinn von 9,7 Millionen Euro.

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