Anlagenbauer wendet Zusammenbruch knapp ab
Alstom flüchtet sich in die Arme des Staates

Bei Alstom ist gleich Anfang des Jahres eine Welt zusammen gebrochen. Noch zu Sylvester hatte der scheidende Vorstandschef Pierre Bilger versichert, der Energieanlagenbauer und Transportsystemspezialist sei strukturell gesund. Das Bild änderte sich drastisch, als Bilger die Macht über die Bücher an seinen Nachfolger Patrick Kron (Bild) abtrat. Der neue Boss des französischen Traditionskonzerns, der in Deutschland Tausende von Mitarbeitern beschäftigt, machte im März Kassensturz und blickte in ein Sechs-Milliarden-Euro-Loch.

HB PARIS. Nur durch Brandreden an die Aktionäre, eine geschickt inszenierte Informationsvisite beim Konkursrichter und eine mit Leichenbittermiene geführte Unterredung mit Frankreichs Wirtschaftsminister und Oberprivatisierer Francis Mer erreichte er, dass Alstom überlebte. Frankreich beteiligt sich an dem Konzern, und die Aktionäre willigten in eine groß angelegte Kapitalerhöhung zu ihren Lasten ein. Nur so waren die Banken bereit, dringend benötigte frische Kredite zu geben.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti schmähte Frankreich des Interventionismus. Machen konnte er wenig. Denn seine Beamten überzeugten ihn, dass jede andere Lösung über kurz oder lang zu einem Doppelmonopol von Siemens und General Electric bei Kraftwerken und Energieanlagen führen werde.

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