Anlaufprobleme
Ticket-Premiere: Bahn-Computer stürzen ab

Das neue Preissystem der Deutschen Bahn ist mit einer Panne gestartet. Der Vorverkauf wurde durch Computerprobleme behindert.

dpa BERLIN. Das neue Preissystem hat der Deutschen Bahn beim ersten Alltagstest einige Startschwierigkeiten bereitet. Der am Freitag begonnene Vorverkauf für die neuen Ticket- und Rabattangebote war nach Computerproblemen zeitweise behindert. Am Vormittag waren sämtliche Reisezentren auf Bahnhöfen sowie Reisebüros vom Hauptrechner der Bahn abgeschnitten.

Die Bahn sprach dennoch von einer erfolgreichen Verkaufspremiere sechs Wochen vor dem eigentlichen Start des neuen Preissystems. Die technischen Anlaufprobleme nach einer in Deutschland beispiellosen Umstellung der Computersysteme seien schnell beseitigt worden. Die Nachfrage nach den neuen Spar- und Rabattangeboten sei bereits am ersten Tag groß gewesen. "Bereits knapp zehn Prozent aller Kunden buchen nach dem neuem Preissystem", hieß es.

Nach dem Hochfahren der Systeme habe der Vorverkauf wie geplant begonnen, erklärte die Bahn. Lediglich von 10.25 bis 10.55 Uhr habe es ein technisches Problem gegeben. Vorübergehend konnten keine Fahrkarten mit erstem Geltungstag ab dem 15. Dezember verkauft werden. In zahlreichen Reisebüros stürzten nach dpa-Informationen allerdings auch in der Folgezeit die Rechner immer wieder ab, so dass sie keine Auskunft geben konnten. Ein Bahnsprecher sprach von einer "großen neuen Datenlast". Es handele sich jedoch nicht um spezielle Probleme im Zusammenhang mit dem neuen Preissystem.

Seit Freitag können Bahnreisende in den bundesweit 750 Reisezentren auf Bahnhöfen und rund 3800 Reisebüros die neuen Rabattangebote bereits jetzt buchen. Auch der telefonische Reiseservice der Bahn über elf 8 61 steht bereit. Die 3000 Fahrkartenautomaten für den Fernverkehr werden schrittweise umgestellt, um einen Verkauf von alten und neuen Fahrkarten zu ermöglichen. Die ersten 180 sind bereits mit dem neuen Preissystem programmiert. Der Internet-Verkauf beginnt erst am 1. Dezember.

Mit den Sparangeboten will die Bahn vor allem Frühbucher sowie Familien und Gruppen mit teils kräftigen Preisnachlässen belohnen und vor allem Autofahrer für den Schienenverkehr gewinnen. Unabhängig von den Sparangeboten werden Fahrten auf langen Strecken zudem um bis zu 25 % billiger. Die Bahn hatte in den vergangenen Wochen für das neue Preissystem 44 000 Verkäufer geschult.

Der Ansturm auf die Ticketschalter hielt sich bei der Premiere eher in Grenzen. Auf Grund des Feiertages in fünf Bundesländern war der Andrang in den Reisezentren nach Bahn-Angaben bis zum Mittag nicht so stark, wie an "normalen" Freitagen, erklärte die Bahn. Vor zahlreichen Fahrkartenschaltern bildeten sich am Vormittag dennoch lange Schlangen. Die Wartezeiten beim Ticketverkauf waren länger. Viele Kunden wollen sich offenbar bereits jetzt mit günstigen Fahrkarten für die Weihnachtsfeiertage eindecken.

Unterdessen wies die Bahn Berichte von Pannen bei der Auslieferung der neuen Fahrplan-CD-ROM zurück. Bei den schon vor knapp einem Monat verkauften ersten CD-ROMs für den ebenfalls am 15. Dezember in Kraft tretenden ersten gesamteuropäischen Fahrplan seien zwar einige Regionalverbindungen noch nicht aufgeführt, bestätigte ein Sprecher. Dies sei seinerzeit aber bereits bekannt gewesen und mitgeteilt worden. "Von einer Pannen-CD kann keine Rede sein.". Die alten CD- ROMs könnten kostenlos in aktualisierte Ausgaben umgetauscht werden.

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