Anleger beiben weiterhin vorsichtig
Dax mit versöhnlichem Wochenabschluss

An der Frankfurter Börse hat der Dax die Handelswoche am Freitag fest beendet. Der Index war bis zur Schlussglocke um 2,22 Prozent höher bei 2648,87 Punkten. Der MDax aus 70 mittleren Standardwerten verlor 0,22 Prozent auf 2871,97 Zähler. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 um 0,59 Prozent auf 345,96 Punkte nach.

HB/dpa/rtr FRANKFURT. Angesichts der schwelenden Irak-Krise bleibe eine nachhaltige Erholung von Deutschlands wichtigstem Börsen-Index aber unwahrscheinlich, sagten Aktienstrategen. Allein in dieser Woche verlor der Dax bisher rund zwei Prozent und notiert damit in der Nähe seines im Oktober 2002 markierten Sechseinhalb-Jahrestiefs bei 2519 Punkten. Marktteilnehmer schlossen nicht aus, dass diese Marke in der kommenden Woche fällt.

Belastend wirkt Händlern zufolge weiterhin die aus dem Irak-Konflikt resultierende Unsicherheit der Investoren. Die Anleger fürchteten konjunkturschädigende Folgen durch einen möglichen Krieg, der offenbar immer näher rücke, hieß es. So sind die Armeen Großbritanniens und der USA nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld mittlerweile für eine Irak-Invasion bereit. Es fehle nur noch der Befehl von US-Präsident George W. Bush. Daraufhin stieg der Ölpreis der führenden europäischen Marke Brent um 0,44 Dollar auf 32 Dollar je Fass.

Im deutschen Aktienhandel ragten am Freitag vor allem die Papiere Thyssen-Krupps heraus, die sich trotz des positiven Marktumnfeldes bei hohen Umsätzen um rund zwei Prozent auf 9,73 Euro verbilligten. S&P hatte die Bonität des Konzerns zuvor gleich um zwei Stufen auf "BB+" und damit auf Ramsch-Status (Junkbond) heruntergestuft. Viele Fondsmanager dürfen nicht in Firmen mit einem "Junkbond"-Rating investieren. "Mittel- bis langfristig kann sich die Herunterstufung negativ auf das Finanzergebnis auswirken", sagte zudem der Analyst Ralph Herre von der LB Baden-Württemberg.

Gefragt waren indes Autowerte wie Daimler-Chrysler, deren Aktien mehr als drei Prozent zulegten. Auch VW - und BMW-Titel stiegen um rund fünf Prozent. Händler sagten, die Geschäftszahlen von Daimler und VW in dieser Woche seien nicht so schlecht gewesen. Zudem hätten die Auto-Aktien auf dem aktuellen Kursniveau gute Erholungschancen, sobald die Konjunktur wieder anziehe und die politische Unsicherheit aus dem Markt weiche.

Die als "sichere Häfen" geltenden Papiere der Versorger RWE (drei Prozent) und Eon (5,6 Prozent) stützten ebenfalls maßgeblich den Dax.

Am Neuen Markt ragten die Anteilsscheine von Steag Hamatech heraus. Sie stiegen um knapp elf Prozent auf 2,55 Euro. Der Anlagenbauer hat 2002 im operativen Geschäft wieder schwarze Zahlen geschrieben.

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