Anleger bleiben zurückhaltend: Konjunktursorgen drücken US-Börsen ins Minus

Anleger bleiben zurückhaltend
Konjunktursorgen drücken US-Börsen ins Minus

Zweifel an einer raschen Erholung der US-Wirtschaft haben am Freitag an den US-Börsen die Kursgewinne nach der ersten Erleichterung über unerwartet gut ausgefallenen Daten zum Verbraucherverhalten in den USA mehr als ausgeglichen. Die Aktienkurse gaben ihre Anfangsgewinne von rund einem Prozent wieder ab und fielen ins Minus.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones fiel um 0,22 Prozent auf rund 8 203 Punkte. Der Nasdaq-Index verlor 0,5 Prozent auf 1 358 Punkte und der breiter gefasste S&P-Index gab um 0,38 Prozent auf 868 Punkte nach. Händlern zufolge warten viele Investoren auf weitere Anzeichen einer Konjunkturerholung und auf den Verlauf der in der nächsten Woche anstehenden Bilanzsaison. "Das war mehr Euphorie als gute Daten. Die Wahrheit ist, dass die Wirtschaft nicht sehr stark ist und der Markt Monat für Monat keine durchgehend guten Daten mehr sieht", sagte Stephen Carl, Chef des Wertpapierhandels bei Williams Capital LP in New York.

"Die Unsicherheit legt sich etwas, aber sie bleibt ein Problem", fügte Edgar Peters von PanAgora Asset Management hinzu. Zuvor hatten sowohl der US-Einzelhandelsumsatz im März als auch der vorläufige Index für das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan die Erwartungen der Analysten übertroffen. "Nachdem wir diesen starken Aufschwung nach der positiven Überraschung aus dem Einzelhandel erlebt haben, sollten wir die Einbußen im Verlauf nicht negativ bewerten. Der Markt ist vor Beginn der Saison der Quartalsergebnisse vorsichtig", sagte Subodh Kumar, Stratege bei CIBC World Markets.

Von der in der nächsten Woche anstehenden Bilanzsaison gehe Unsicherheit aus, sagten Händler. Zahlreiche Unternehmen - darunter auch das Dow-Jones-Schwergewicht IBM - sollen ihre Quartalszahlen vorlegen. "Wir haben drei Jahre lang einen Bären-Markt erlebt, und es gibt viele Leute, die sich zurückhalten. Ich denke, dass sie dies weiter tun werden, bis sie mehr Hinweise auf ein robusteres Wirtschaftswachstum sehen", sagte Paul Cherney, Analyst bei S&P Marketscope. Donna Van Vlack von Brandywine Asset Management fügte hinzu: "Die meisten von uns wollen etwas Konstruktives sehen, bevor wir uns stark engagieren".

Die Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns Boeing fielen um 2,25 Prozent auf 26,48 Dollar und belasteten den Dow-Jones-Index. Das Unternehmen hatte Firmenwertabschreibungen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar angekündigt, die das Quartalsergebnis schmälern werden. Der Aktienkurs der weltgrößten Einzelhandelskette Wal Mart fiel um fast drei Prozent auf 52,98 Dollar, nachdem die Investmentbank Prudential die Papiere auf "hold" von "buy" herabgestuft hatten.

Vor Börsenstart hatte der US-Mischkonzern General Electric wie erwartet einen Gewinneinbruch von fast neun Prozent im ersten Quartal mitgeteilt. Zugleich bekräftigte das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr mit einem Zuwachs von drei bis 13 Prozent. Die Aktien des Unternehmens legten daraufhin im frühen Handel um mehr als ein Prozent zu, notierten aber zuletzt mit 27,36 Dollar mit 0,7 Prozent im Minus.

Aktien des Herstellers von Personal-Computern, Apple büßten 8,14 Prozent ein, nachdem aus verhandlungennahen Kreisen verlautet war, Apple verhandele mit dem hoch verschuldeten französisch-amerikanischen Medienkonzern Vivendi Universal über den Kauf von dessen Musiksparte Universal Music Group.

Eine Lichtblick bildete der weltweit zweitgrößte Netzwerkausrüster Juniper Networks, der am Vortag nach Börsenschluss für das erste Quartal einen Gewinn nach einem Verlust vor einem Jahr ausgewiesen hatte. Die Titel des Unternehmens gewannen 8,09 Prozent auf 9,09 Dollar, gaben aber dem Technologiesektor keine ausreichenden Impulse für einen allgemeinen Aufschwung.

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