Anleger brauchen langfristige Sicht
Lichtblicke unter den Technologiewerten

Wie der gesamte Neue Markt setzen die Technologiewerte derzeit von einer Talfahrt zur nächsten an. Die pessimistische Stimmung zieht auch Unternehmen in die Tiefe, die solide Fundamentaldaten vorweisen können. Beispiele hierfür sind Aixtron und CE Consumer Electronic, die bei Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zugelegt haben. Analysten meinen, ein Investment in Technologie-Aktien lohne sich nur auf lange Sicht.

Unter den Technologiewerten sei Aixtron nach wie vor ein Dauerbrenner, so Oliver Wrangel vom Bankhaus Merck Fink. Mit einem Marktanteil von etwa 55 % hat der Hersteller von Spezialmaschinen eine Ausnahmestellung in der Technologiebranche. Im letzten Geschäftsjahr kletterte der Jahresüberschuss um 80 % auf 18,5 Mill. Euro und lag damit deutlich höher als erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr sind die Prognosen ebenfalls optimistisch: Aixtron plant für 2001 einen Umsatzanstieg von 49 % auf 235 Mill. Euro. Der Gewinn soll um 59 % auf 29,5 Mill. Euro erhöht werden. Experten meinen jedoch, dass die Unternehmensführung die Ziele damit bewusst vorsichtig ansetzt, um die "Tradition" einer mehrmaligen Erhöhung der Prognosen fortzusetzen. So schätzen die Analysten der BfG-Bank, dass der Gewinn auch in den nächsten Jahren zunimmt und bis 2002 ein äußerst günstiges KGV von etwa 50 Euro erreicht sein wird.

Doch selbst Marktführer Aixtron kann sich dem Trend am Neuen Markt momentan nicht widersetzen: Gegenüber dem Hoch von 174,50 Euro im August 2000 hat die Aktie etwa 50 % eingebüßt. "Aixtron hat die Erwartungen bisher zwar noch nicht enttäuscht, allerdings wartet der Markt regelrecht auf den ersten Fehltritt", meint Wrangel. Dennoch sei die Aktie auch zum jetzigen Zeitpunkt für den längerfristig orientierten Anleger empfehlenswert.

Consumer Electronic sieht gut aus

Nach Einschätzung Oliver Maslowskis von Vontobel Securities sehen die Fundamentaldaten des Chip-Brokers CE Consumer Electronic gut aus. Allerdings sei der Halbleiter-Sektor in 2001 schwach. "Der Rückgang der Konsumentenausgaben in den USA und in Japan trübt die Aussichten ein", sagt Maslowski. Vorläufigen Zahlen zufolge hat CE die eigenen Planungen für das Geschäftsjahr 2000 deutlich übertroffen: Der Handelsumsatz 2000 hat sich demnach um 663 % auf 555,8 Mill. DM erhöht. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie nach Goodwill-Abschreibungen (Ebit) liegt nach vorläufigen Zahlen mit einem Anstieg um 196 % auf 24,3 Mill. DM über den Prognosen. Die Analysten von SES Research stufen die CE-Aktie derzeit als "Outperformer" ein. Mit entscheidend hierfür ist der kürzlich geschlossene Vertrag mit Microsoft, durch den die Distributionstochter SND ihr Südamerikageschäft ausbauen wird.

Für einen Einstieg in die Aktie sollten die endgültigen Geschäftszahlen 2000 abgewartet werden, die das Münchener Unternehmen in der kommenden Woche veröffentlicht. Einen genauen Termin wollte die Geschäftsleitung auf Anfrage jedoch nicht nennen.

Anleger brauchen langfristige Sicht

Die Informations-Technologie sei stark von der schwachen konjunkturellen Entwicklung in den USA betroffen, stellt Wrangel fest. Wegen der Abhängigkeit von den USA würde diese Branche ein positives Signal von dort wiederum als erste aufnehmen. Sehr wichtig seien die anstehenden Quartalszahlen aus den USA, erklärt Wrangel. Technologiewerte seien derzeit stark überverkauft. "Nach den Höhenflügen im letzten Jahr mussten die Kurse zurückkommen. Das Ausmaß des Kursverfalls ist aber für viele überraschend", sagt der Analyst.



Wie die Experten behaupten, zieht die pessimistische Stimmung am Neuen Markt derzeit auch diejenigen Technologie-Unternehmen mit in die Tiefe, die nach wie vor solide Fundamentaldaten vorweisen können. Eine Investition in solche Werte lohne sich daher für den Anleger nur mit langfristiger Perspektive.

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