Anleger erwarten steigenden Kurse, deswegen:
Trendwende am Derivate-Markt

An der Euwax, dem Marktsegment für Derivate an der Stuttgarter Wertpapierbörse, hat sich der Trend eindeutig zugunsten von Kaufoptionsscheinen (Calls) gedreht. Darin spiegele sich die erhöhte Erwartung der Anleger in steigende Kurse wider, sagte Harald Schnabel, Vorstandssprecher der skontroführenden Maklergesellschaft Euwax Broker AG am Montag in Stuttgart. Noch im Oktober hätten Anleger an der Euwax in einzelnen Bereichen - vor allem bei Warrants auf Auslandsindizes - mehr Verkaufsoptionsscheine (Puts) als Calls gehandelt. Dieser Trend, der seit August 2001 angehalten habe, sei im November gebrochen worden.

vwd STUTTGART. Vor allem bei Optionsscheinen auf Aktien gehe der Trend wieder eindeutig in Richtung Calls, sagte Schnabel. Im Zentrum des Interesses hätten im November Werte wie Daimler-Chrysler, Siemens, SAP und Infineon gestanden. Bei inländischen Aktien habe sich das Verhältnis von Calls zu Puts auf rund zehn zu eins erhöht, nach sechs zu eins im Oktober. Bei Scheinen auf ausländische Aktien seien auf einen Put mehr als 20 gehandelte Calls gekommen, gegenüber einem Verhältnis von eins zu sieben im Vormonat. Bei Warrants auf inländische Indizes habe noch im Oktober dem Handel mit Calls ein etwa gleich großes Geschäft mit Puts gegenübergestanden. Im November hätten mit einem Verhältnis von 1,7 zu eins wieder klar die Calls überwogen.

Auch bei Scheinen auf ausländische Indizes haben sich die Relationen nach Darlegung von Schnabel wieder gedreht. Mit rund 1,2 zu eins hätten im November die Calls überwogen. Noch im Oktober sei das Verhältnis genau umgekehrt gewesen. Parallel zu dieser Entwicklung sei die Zahl der Geschäfte mit Optionsscheinen und Zertifikaten an der Euwax gegenüber Oktober um 12,2 Prozent auf 375.648 gestiegen. Gegenüber dem Jahrestief vom Juli (219.922 Transaktionen) sei dies ein Zuwachs von 70,8 Prozent. Damit halte die Euwax einen Marktanteil am börslichen Optionsscheinhandel in Deutschland von 87,56 Prozent. Trotzdem bleibe der November noch immer deutlich hinter dem Niveau des November 2000 zurück, als 490.398 Geschäfte getätigt worden seien.

Wieder anziehendes Geschäft wird auch beim Handel mit Aktienanleihen, die ebenfalls an der Euwax gehandelt werden, registriert. Nachdem der Dax die 5000er-Marke wieder übersprungen hatte, seien auch bei Aktienanleihen die Käufer zurückgekehrt, erklärte Sabine Traub, Rentenhändlerin und Vorstandsmitglied der skontroführenden Maklergesellschaft SWG in Stuttgart. Impulse seien auch davon ausgegangen, dass es im November an der EUWAX 63 Neueinführungen gegeben habe und sich die Zahl der gelisteten Aktienanleihen auf 676 (640) erhöht habe.

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