Anleger in Kauflaune
Dax gewinnt fast fünf Prozent

Besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben den Deutschen Aktienindex am Mittwoch über die psychologisch wichtige Marke von 3 300 Punkten gehievt. Mitgerissen von der festen Wall Street legte der Dax bis Börsenschluss um 4,84 Prozent auf 3 346,14 Zähler zu.

rtr/dpa FRANKFURT. Der MDax der 70 mittleren Unternehmenswerte stieg um 0,61 Prozent auf 3 141,75 Punkte und am Neuen Markt markierte der Auswahlindex Nemax 50 ein Plus von 2,56 Prozent auf 450,86 Zähler. Die guten US-Daten nährten die Hoffnung der Anleger, dass die weltgrößte Volkswirtschaft ihre konjunkturelle Talsohle durchschritten hat, sagten Händler. Nach den jüngsten Verlusten seien die Aktien von Eon und RWE unterbewertet. Seit Anfang November haben die beiden Titel jeweils rund 14 Prozent an Wert verloren und sich damit deutlich schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt. Zu den wenigen Verlierern zählten die Titel der Münchener Rück. Sie litten am Tag vor der Bekanntgabe der Geschäftszahlen unter Spekulationen um die Höhe der Abschreibungen, hieß es.

Insgesamt blieben die Aktienumsätze aber weit unter dem Durchschnitt. "Niemand will vor dem langen Wochenende (in den USA) in den Markt gehen, das Risiko ist zu hoch", sagte ein Händler. Am Donnerstag bleibt die Wall Street wegen eines Feiertages geschlossen, und am Freitag endet der Handel bereits um 19 Uhr (MEZ).

Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung fiel in der vergangenen Woche auf 364 000, nach 381 000 in der Vorwoche. Dies war der niedrigste Stand seit knapp zwei Jahren. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem leichten Plus auf 382 000 gerechnet.

Der viel beachtete Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago stieg im November auf 54,3 Punkte von 45,9 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus auf 48,8 Stellen gerechnet.

Die Aktien von Eon und RWE stiegen um knapp sieben Prozent beziehungsweise um 6,6 Prozent. Neben der Reaktion auf die jüngsten Verluste ließen die Berichte über eine geplante Übernahme des spanischen Versorgers Union Fenosa durch den italienischen Konkurrenten Enel die Kurse der gesamten Branche steigen, sagten Händler.

Viele Anleger hofften offenbar auf weitere Zusammenschlüsse und Übernahmen. Außerdem sei nach der Entscheidung der Europäischen Union (EU) zur Liberalisierung der Energiemärkte Erleichterung zu spüren, ergänzte der Analyst Christian Schindler von der LB Rheinland-Pfalz. Die geplanten Maßnahmen hätten die Marktmacht von Eon und RWE wesentlich stärker treffen können.

Im Tagesverlauf schoben sich die Aktien der Commerzbank an die Spitze der Dax-Gewinner. Börsianer konnten keine unmittelbaren Gründe hierfür ausmachen. Sie verwiesen auf die stark unterdurchschnittlichen Umsätze und darauf, dass dieser Titel in den vergangenen Monaten besonders stark verloren hat. Außerdem verharre das Papier immer noch in der aktuellen Handelsspanne von 6,70 bis 8,40 Euro. Erst bei einem Ausbruch aus diesem Korridor werde es interessant, sagte ein Marktteilnehmer.

Gegen den Trend verloren die Titel der Münchener Rück. Von Reuters befragte Analysten rechneten auf Grund der seit Jahren anhaltenden Börsenschwäche mit Abschreibungen auf den Wertpapierbesitz in Höhe von rund einer Milliarde Euro. "Die Anleger fürchten aber, dass es doch mehr wird", sagte ein Händler.

Am Neuen Markt schossen die Papiere von Medigene um knapp 16 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte zuvor den Erhalt eines US-Patentes für ein Verfahren zur Gewinnung therapeutisch einsetzbarer Viren erhalten. Die Aktie sei an der Börse fundamental deutlich unterbewertet, schrieben die Analysten von M.M. Warburg und rieten zum Kauf.

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