Anleger kritisieren Form der Übernahme
Fusion von Bank Austria und HypoVereinsbank gefährdet

Es gibt Anzeichen dafür, dass die staatliche Übernahmekommission eine Barabfindung für Bank Austria-Aktionäre verlangen könnte, berichteten die Tageszeitungen "Der Standard" und "Die Presse.

dpa WIEN. Die Übernahme der Bank Austria durch die HypoVereinsbank in Form eines Aktientausches könnte nach österreichischen Medienberichten vom Freitag doch noch scheitern. Es gebe Anzeichen dafür, dass die staatliche Übernahmekommission eine Barabfindung für Bank Austria-Aktionäre verlangen könnte, berichteten die Tageszeitungen "Der Standard" und "Die Presse".

Die Kommission könnte zu der Ansicht gelangen, dass das österreichische Übernahmerecht, das Barabfindungen von Aktionären vorsieht, durch den Aktientausch in unzulässiger Weise umgangen wird. Die Kommission, die bereits Vertreter der beiden Banken angehört hat, befürchtet, dass das Übernahmegesetz nach dem Bank Austria-Deal bei jeder Übernahme umgangen werden könnte, schrieb die "Presse".

Nach österreichischem Recht muss ein Übernahme-Interessent den Aktionären ein Abfindungsangebot machen, sobald er 30 % der Aktien des Übernahmekandidaten hält. HypoVereinsbank und Bank Austria haben diese Bestimmung durch einen hunderprozentigen Aktientausch umschifft.

Sowohl der Interessenverband der Kleinanleger als auch der Schutzverband der Wertpapierbesitzer haben die Form der Übernahme des größten österreichischen Geldinstituts durch die Bayern kritisiert und eine Barabfindung verlangt. Sollte die Kommission für eine Barabfindung der Aktionäre entscheiden, müsste die Hypovereinsbank nach Ansicht des Standard "Milliarden in die Hand nehmen, die sie wahrscheinlich nicht hat". Der Deal könnte daher noch scheitern, hieß es.

Der Aufsichtsrat der Bank Austria hatte am Donnerstag der Ende Juli vereinbarten Übernahme zugestimmt. Formell abgesegnet werden soll sie bei einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bank Austria am 27. September in Wien.

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