Anleger nutzen günstige Kurse
Furiose Schlussrally an der Wall Street

Die US-Börsen bewegten sich am Mittwoch in einem Zick-Zack-Kurs. Am Ende behielten die Käufer die Oberhand und sorgten für ein deutliches Plus an der New Yorker Leitbörse. Doch eine mögliche Zinssenkung und die Konjunktur bleiben die Themen auf dem Parkett.

Reuters NEW YORK. Die New Yorker Aktienmärkte sind am Mittwoch im späten Handel nach einer Berg- und Talfahrt wieder ins Plus gedreht und haben fester geschlossen. Händler sagten, die Anleger seien auf dem ermäßigten Kursniveau wieder eingestiegen. Die US-Börsen hatten in Reaktion auf einen stärker als erwartet ausgefallenen Gewinnanstieg des US-Netzwerkausrüsters Cisco zunächst freundlich eröffnet und waren im Verlauf nach Gewinnmitnahmen vorübergehend in negatives Terrain gerutscht.

Der Dow-Jonex-Index schloss 2,20 Prozent fester auf 8 456,15 Punkten. Der Nasdaq-Index stieg 1,70 Prozent auf 1 280,91 Zähler und der breiter gefasste S&P-500-Index um zwei Prozent auf 876,77 Punkte.

"Der Markt sieht wieder besser aus"

"Der Markt sieht viel besser aus als noch vor wenigen Wochen", sagte Steve Massocca, Leiter Aktienhandel bei Pacific Growth Equities. "Die Leute konzentrieren sich auf die deutliche Unterbewertung (des Marktes) im Vergleich zum Zinsniveau, und das hat sich bei den Investoren als erstes im Kopf festgesetzt." Harry Michas, Aktienoptions-Händler bei manmarketmonitor.com, fügte hinzu: "Wir hatten gute Käufe von institutioneller Seite mit gleichzeitigen sporadischen Verkäufen."

Positive Nachrichten von Cisco

Cisco-Aktien stiegen um rund 7,6 Prozent auf 12,99 Dollar, nachdem sie im frühen Geschäft bereits in der Spitze um elf Prozent geklettert waren. Die Titel waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. Cisco hatte im abgelaufenen Geschäftsquartal seinen Gewinn etwas stärker als von Analysten erwartet gesteigert, zugleich aber die Haltung seiner Kunden als weiterhin vorsichtig beschrieben und beim Umsatz die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllt. "Es war nicht so, dass die Cisco-Zahlen großartig ausgefallen wären, sie waren nur nicht entsetzlich", sagte Tony Dwyer, Chef-Marktstratege bei Kirlin Securities.

Händler sagten, die Anleger sorgten sich weiterhin um die Quartalsergebnisse und Prognosen der US-Unternehmen. Die Aktien von TMP Worldwide, Mutter des Unternehmens, das die Arbeitsmarkt-Internetseite "monster.com" erstellt, verloren angesichts anhaltend ungünstiger Geschäftsaussichten rund 32,5 Prozent auf 8,63 Dollar. Kursverluste verzeichneten auch die Aktien des weltweit zweitgrößten Versicherungsbrokers Aon Corp. Die Titel fielen um rund 30 Prozent auf 14,77 Dollar. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte das Unternehmen zu Änderungen in der Rechnungslegung aufgefordert.

Ein Händler sagte, anhaltende Hoffnungen auf eine US-Zinssenkung könnten mit zu den Kursgewinnen im späten Geschäft beigetragen haben. "Wir haben die (Zinssitzung der US-Notenbank) Fed in der kommenden Woche, und es gibt Spekulationen über weitere Zinssenkungen dieses Jahr. Aber das Volumen ist niedrig, und der Trendwechsel passierte bei sehr wenig Umsatz."

Zinssenkung und Konjunktur sind Themen auf dem Parkett

Die Sorge um eine mögliche neue Rezession nach einer nur kurzen Erholung ("Double-Dip") hatte an den Märkten zuletzt für Spekulationen auf eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank gesorgt. Dies war laut Händlern einer der Gründe für die kräftige Erholung der Kurse am vergangenen Dienstag. Die US-Notenbank wird regulär am nächsten Dienstag über die Zinsen beraten. Derzeit liegt der maßgebliche Zielsatz der Fed für Tagesgeld mit 1,75 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,49 Milliarden Aktien den Besitzer. 2075 Werte legten zu, 1149 gaben nach und 194 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 1743 im Plus, 1558 im Minus und neun unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 6/32 auf 104-13/32. Sie rentierten mit 4,306 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 7/32 auf 102-1/32 bei einer Rendite von 5,217 Prozent.

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