Anleger nutzten günstige Kurse
Dax schließt mit dickem Plus

Niedrige Kurse, unerwartet starke US-Konjunkturdaten - die Anleger griffen zu. Die deutschen Aktienwerte haben sich vom WorldCom-Schock erholt gezeigt und mit einem dicken Plus geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Am Abend belasteten allerdings erneut Sorgen um die Bilanzierungspraktiken von US-Unternehmen den Markt. Viele Anleger nutzten den Tag über nach Angaben von Händlern die Kursverluste vom Vortag zum günstigen Wiedereinstieg in Aktientitel. Am stärksten seien dabei diejenigen Werte nachgefragt worden, die am Vortag die größten Verluste verbucht hatten, wie beispielsweise Infineon. Im MDax legten die Aktien von WCM nach einer überraschenden Wende im Streit um die Bewertung durch Zurich Finance zeitweise um bis zu 44 Prozent zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 3,9 Prozent fester bei 4259,43 Zählern. Auch der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 kletterte deutlich um 4,3 Prozent auf 596,89 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 1,6 Prozent im Plus bei 3845,81 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 1,4 Prozent auf 2949,84 Zähler an. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,6 Prozent fester bei 9178 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,8 Prozent auf 1441 Punkte gewann.

Belastet wurde der deutsche Aktienmarktes am Abend nach Angaben von Marktteilnehmern von Gerüchten um Unregelmäßigkeiten in der Bilanz von General Motors (GM). Die Papiere des weltgrößten Automobil-Herstellers verloren in der Spitze knapp drei Prozent. Daraufhin drehte der Branchenindex für den Automobil-Sektor im Dax zeitweise ins Minus, er schloss jedoch 2,8 Prozent fester. GM erklärte, an den Gerüchten sei nichts dran, GM halte die Bilanzen für ordnungsgemäß.

Bereits zuvor hatten Börsianer mehrfach auf die unverändert schlechte Stimmung am Markt hingewiesen. Viele Anleger seien nervös, und daher könnten weitere Hiobsbotschaften schnell zu einer Trendwende führen. Sollten jedoch weitere schlechte Nachrichten ausbleiben, sind nach Einschätzung mehrerer Marktteilnehmer in den kommenden Tagen Kurssteigerungen von fünf bis zehn Prozent möglich.

"Im Allgemeinen sind die Techs wegen der überraschenden Erholung an der Nasdaq höher", sagte der Aktienhändler Frank Albrecht von M.M. Warburg. Die US-Technologiebörse hatte am Mittwoch nach anfänglichen deutlichen Verlusten im Plus geschlossen. Die Aktien von Infineon stiegen um sechs Prozent auf 15,49 Euro und machten damit einen Teil ihres neunprozentigen Vortagesverlustes wieder wett. Die Titel von SAP verteuerten sich um 7,5 Prozent auf 97,20 Euro. Dabei profitierten sie Börsianern zufolge auch von einer Hochstufung auf "Outperform" von "Neutral" durch die HypoVereinsbank. Die Aktien der Deutschen Telekom, die am Mittwoch mit 8,14 Euro ein Allzeittief markiert hatten, verteuerten sich um 4,2 Prozent auf 8,95 Euro.

Im MDax schlossen die Papiere von WCM 34,4 Prozent im Plus bei 6,25 Euro. Zuvor hatte die Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft mitgeteilt, die umstrittene Studie von United Zurich Finance, die WCM bislang als riskantes Papier einstufte und eine massive Verkaufsempfehlung aussprach, werde in Kürze revidiert. Die neue Studie werde völlig anders aussehen, hieß es. Eine Klage gegen das Finanzinstitut sei damit vom Tisch. Am Abend zogen auch die Aktien von Stinnes kräftig an und schlossen 12,2 Prozent fester auf einem Jahreshoch von 29,50 Euro. Zuvor war aus unternehmensnahen Kreisen der Bahn bekannt geworden, die Deutsche Bahn werde den Logistik-Konzern komplett übernehmen.

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