Anleger reagieren bockig
Gespräche mit Greenspan und Gewinnwarnungen

Der Rückblick auf die US-Börsenwoche: Im Vergleich zur Vorwoche verlor die Nasdaq fast 2 %, der Dow blieb praktisch unverändert und notiert nun bei 10 800 Punkten.

Stundenlang sprach Alan Greenspan vor dem Kongress in Washington. Der US-Notenbankpräsident hat Spekulationen über eine erneute Leitzinssenkung weiter Nahrung gegeben. Vor dem Banken-Ausschuss des Kongresses in Washington sagte er, dass er mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote bis zum Ende des Jahres rechne. Pessimismus sei wegen der wirtschaftlichen Lage allerdings unangebracht. Er sagte anhaltendes Wirtschaftswachstum voraus. In diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt um 2 bis 2,5 Prozent zulegen. Marktbeobachter gehen nun davon aus, dass der Zinssatz auf der nächsten regulären Sitzung der Notenbank im März abermals gesenkt wird.



Zur bisherigen Zinssenkung, die im Januar bei einem Prozentpunkt lag, sagte er, dass diese "aggressiven geldpolitischen Schritte" notwendig gewesen seien, weil das US-Wirtschaftswachstum zur Jahreswende nahezu bei Null war.



Warum warnen eigentlich die Unternehmen, dass sie einen Gewinn haben? Ein zugegebenermaßen etwas irreführender Begriff aus der wundersamen Welt der Börsensprache. Und er meint etwas aus Investorensicht äußerst Negatives. Gewinnwarnung heißt ganz einfach, dass das Unternehmen sagt, das man nicht mehr so viel Überschuss erwirtschaften wird, wie man bisher glaubte. Erfahrungsgemäß reagieren Anleger dann bockig und wollen mit der Aktie am liebsten auch gar nichts mehr zu tun haben. Diese Gewinnwarnungen gab es auch in diesen Tagen.



Nortel

Networks ist ein Gigant seiner Branche. Das kanadische Unternehmen verdient Geld mit der Produktion von Telekommunikationsgeräten. Der Schwerpunkt liegt auf Glasfasertechnologien. Und während der Vorstand noch vor einem Monat mit glänzenden Augen strahlte, dass Nortel bei seinen Geschäftsprognosen bleiben wird, hörte sich das nun ganz anders an. Satte zwei Milliarden Dollar weniger Gewinn wird im laufenden Quartal verdient werden. Das war ein schwer verdaulicher Brocken für die Anleger, die sich damit auch gar nicht mehr herumschlagen wollten. Stattdessen kippten sie den Wert aus ihren Depots mit der Folge, dass die Aktie ein Drittel ihres Kursniveaus verlor.



Dell

und Hewlett-Packard haben eher enttäuschende Quartalszahlen abgeliefert. Kurz bevor die Bilanz vorgelegt wurde, stiegen alle Computeraktien ausnahmslos an. Kaum nachzuvollziehen. Aber hier setzte sich wieder einmal die Meinung durch, dass nun alle wissen, dass die Computerindustrie in der Krise ist, demzufolge sollte es auch mal wieder mit den Aktien aufwärts gehen. Das klingt nicht unbedingt nach Logik. Seltsam mutete es dann, dass die Aktien anschließend in Reaktion auf die Quartalszahlen wieder tief fielen. Im Wochenvergleich verlor die Nasdaq fast zwei Prozent, der Dow blieb praktisch unverändert und notiert nun bei 10.800 Punkten.

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