Anleger reagieren misstrauisch
Credit Suisse Group steigert Gewinn

Der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group (CSG) hat im ersten Halbjahr 2000 seinen Gewinn deutlich gesteigert. Im Vergleich zum ersten Semester 1999 schnellte der Reingewinn um 35 % auf 3,6 Mrd. Franken (4,5 Mrd. Mark/2,3 Mrd. Euro) nach oben, wie die CSG am Donnerstag bekannt gab. Fürs ganze Jahr wird - mit einigen Vorbehalten - ein gutes Ergebnis erwartet.

ap ZÜRICH. Einen Tag nach Bekanntgabe der milliardenschweren Übernahme der US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette Inc. (DLJ) zeigte sich die CSG am Donnerstag in Topform. Der Gewinnsprung um 35 % gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres übertraf die Erwartungen der Finanzanalysten.

Die verwalteten Vermögen in der ganzen Gruppe nahmen um 3,8 % auf 1,227 Billionen Franken zu; der Nettozufluss an Neugeld betrug 28 Mrd. Franken beziehungsweise 2,4 %. Die Eigenkapitalrendite stieg von 19 auf 21 %. Alle Geschäftseinheiten trugen zum Ergebnis bei und erzielten sehr gute Ergebnisse.

Der Bruttoertrag stieg konzernweit um 29 % auf 17,8 Mrd. Franken. Der Kommissions- und Dienstleistungsertrag nahm um 51 % auf 7,5 Mrd. Franken zu, der Handelserfolg um 49 % auf 5,4 Mrd. Franken. Der Zinserfolg sank, vor allem wegen einer Margenverengung bei Credit Suisse First Boston, um 17 % auf 2,3 Mrd. Franken. Das von den Winterthur-Versicherungen betriebene Versicherungsgeschäft erzielte einen um 22 % höheren Erfolg von 2,7 Mrd. Franken.

Der Geschäftsaufwand stieg um 28 % auf 11,7 Mrd. Franken. Der Personalaufwand wuchs um 33 % auf 8,9 Mrd. Franken, der Sachaufwand um 16 % auf 2,8 Mrd. Franken. Der Anstieg des Geschäftsaufwands wird vor allem mit den um 51 % höheren erfolgsabhängigen Mitarbeiterprämien von 4,3 Mrd. Franken begründet. Der Posten Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste wurde um 31 % auf 606 Mill. Franken gesenkt.



Gute Prognosen für das Gesamtjahr

Für das ganze Jahr stellte die CSG ein gutes Resultat in Aussicht. Allerdings heißt es dazu, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die günstigen Marktbedingungen anhielten. Investitionen in neue Geschäfte und Technologien könnten den Jahresabschluss belasten. Die CSG hatte am Mittwoch bei Bekanntgabe der Übernahme von DLJ für rund 20 Mrd. Franken erklärt, 1,4 Mrd. Franken würden für die Integration der DLJ zurückgestellt.



Die Schweizer Börse, die am Vortag negativ auf die DLJ-Übernahme reagiert hatte, stufte den CSG-Titel erneut zurück. Der Kurs sank im frühen Geschäft gegenüber dem Vorabend um weitere 0,9 % auf 370 Franken. Laut Marktbeobachtern wurde der Halbjahresgewinnausweis von vielen Anlegern misstrauisch aufgenommen. Angesichts des 28 % höheren Geschäftsaufwands und der um 31 % tieferen Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verlusten argwöhnten viele Anleger, die Gewinnsteigerung um 35 % auf 3,6 Mrd. Franken sei "künstlich".

Hier der 3-Monatsverlauf

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