Anleger reagieren oft zu emotional
Fußballaktien erfordern starke Nerven

Waren Aktien von Fußballvereinen wie Ajax Amsterdam, Borussia Dortmund oder Lazio Rom schon bislang keine Renner, so stehen sie jetzt zusätzlich unter Druck.

mym DÜSSELDORF. Die Dortmund-Aktie fiel gestern zeitweise von 5,55 Euro auf 5,35 Euro. "Nachrichten wie die von der Kirch-Gruppe sind für ein Unternehmen wie Borussia Dortmund natürlich nicht erfreulich", sagt Ernst Scheerer, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Der Verein bestreite allerdings nur rund 20 Prozent des Umsatzes aus den Bundesligaübertragungsrechten. Scheerer befürchtet deswegen keinen kompletten Zahlungsausfall.

Auch Paul Sibianu, Analyst bei der WGZ-Bank, sieht noch keine ernsthafte Gefahr. "Das Geschäft mit den Fernsehrechten ist viel zu lukrativ, als dass sich das jemand durch die Lappen gehen lassen würde", sagt er. Wenn weniger für die Rechte gezahlt werde, seien vor allem kleinere Vereine betroffen, für die die TV-Rechte fast die einzige Einnahmequelle sind.

Die großen hingegen erschlössen immer mehr neue Geschäftsfelder. Sie versuchen damit, ein Problem zu lösen, das den Anlegern bislang noch heftigere Magenschmerzen bereitete, als der mögliche Ausfall von Übertragungsgeld: "Der wirtschaftliche Erfolg der Vereine hängt zu sehr vom sportlichen Erfolg ab", sagt Analyst Scheerer. "Die Anleger bekommen nach Niederlagen oft zittrige Hände", kommentiert Sibianu. Zudem drücken astronomisch hohe Spielergehälter den Gewinn.

"Das Vorzeigeexemplar der börsennotierten Fußballclubs ist Manchester United", sagt Marcus Reck von der Hypo-Vereinsbank. Der Verein kickt auch in Bereichen, die nicht direkt mit dem Fußballspiel zu tun haben. So gibt er eine eigene Kreditkarte heraus und vermietet Räume seines Stadions für Feiern oder Konferenzen.

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