Anleger setzen nach guten US-Produktivitätszahlen weiter auf den Dollar
Euro weiter im Abwärtstrend

Der Euro hat sich am Mittwoch angesichts guter US-Produktivitätszahlen vom Vortag im asiatischen und frühen europäischen Handel weiter auf Kurse knapp unter 90 Cents abgeschwächt.

Reuters FRANKFURT/TOKIO. Gegen 09.00 Uhr MESZ notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 0,8999/01 $ nach einem Tagestief bei 0,8990 $ im europäischen Handel. Die US-Zahlen hätten eine weiche Landung der US-Wirtschaft signalisiert und damit das Interesse der Anleger am Dollar weiterhin steigen lassen. Daher habe der Euro wiederum Unterstützungsmarken durchbrochen. "Ich weiß nicht, woher positive Impulse für den Euro kommen sollten", sagte ein Frankfurter Händler.

Am Vorabend war der Euro in New York bei 0,9020/25 $ aus dem New Yorker Handel gegangen. Zum Yen lag die europäische Gemeinschaftswährung bei 97,50/55 Yen knapp über ihrem Sechs-Wochen-Tief bei 97,43 Yen nach 97,92 Yen am Vorabend.

Die Produktivität der US-Wirtschaft ohne Agrarsektor war vorläufigen Zahlen des US-Arbeitsministeriums zufolge im zweiten Quartal 2000 saisonbereinigt um 5,3 % gestiegen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum mit einem Zuwachs der Produktivität um 4,3 % gerechnet. Die Arbeitskosten pro Einheit waren dagegen überraschend um 0,1 % (erwartet: plus 0,6 %) zurückgegangen.

Japanischer Notenbankchef geht auf Konfrontationskurs mit Regierung

Der $ notierte zum Yen bei 108,41/46 Yen nach 108,60/70 Yen am Vorabend. Wie bereits am Dienstag setzte sich der japanische Notenbankchef Masaru Hayami mit Politikern - mittlerweile mit Premierminister Yoshiro Mori - öffentlich über die Möglichkeit einer Zinserhöhung auseinander. Am Dienstag war die Diskussion zwischen Hayami und Finanzminister Kiichi Miyazawa sowie dem Chef der Wirtschaftsplanungsbehörde, Taichi Sakaiya ausgebrochen. Hayami verlangt ein Ende der seit 18 Monaten andauernden "Null"-Zinspolitik zum frühest möglichen Zeitpunkt.

Politiker und Geschäftsleute dagegen drängen den Notenbankchef offensichtlich, die Niedrig-Zinspolitik zum Schutz der japanischen Wirtschaft noch eine Weile beizubehalten. Hayami bezeichnete die "Null"-Zinspolitik am Dienstag aber als "abnormal". Der geldpolitische Rat der japanischen Notenbank trifft sich am Freitag. Die Notenbank solle sich ganz bewusst machen, dass sich die japanische Wirtschaft an einem kritischen Punkt befinde, sagte Mori am Mittwoch. Hayami hat für den nächstmöglichen Termin einen Zinsschritt um 25 Basispunkte angekündigt. Dies wäre in Japan die erste Zinserhöhung in zehn Jahren.

Frankfurter Händler sagten, die nächste Unterstützung für den Euro liege bei 0,8950 beziehungsweise 0,8960 $, danach bei 89 Cents.

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