Anleger sind wieder vorsichtiger
Am Neuen Markt werden Gewinne mitgenommen

Zwar glauben viele Anleger weiterhin an ein Ende der Talsohle, von Zeit zu Zeit Gewinne mitzunehmen, kann jedoch nicht schaden. Entsprechend verlor der Nemax nach den hohen Gewinnen der Vorwochen 0,6 % auf 1 046 Punkte. Der Nemax 50 gab 0,4 % auf 1 069 Punkte ab.

HB FRANKFURT. Schwach begonnen, stark angezogen und dann doch wieder eingebrochen. Der Verlauf von Nemax und Nemax 50 verdeutlicht einerseits, dass nach wie vor mit einer konjunkturellen Erholung und damit wieder höheren Kursen gerechnet wird, andererseits die enormen Zuwächse der letzten beiden Wochen schon wieder zur Vorsicht mahnen. Als am Nachmittag die US-Technologiebörse Nasdaq im Minus eröffnete, nahmen viele Anleger erst mal Gewinne mit. Schließlich waren für diese Woche bestenfalls stagnierende Kurse prophezeiht worden.

Für schlechte Laune sorgte auch, dass mit Ceyoniq ein weiteres einstmals als solide geltendes Wachstumsunternehmen hohe Verluste einräumen musste. Dem Software-Hersteller droht sogar ein Liquiditätsengpass: Er verfügt nur noch über 2 Mill. Euro. Die Aktie des einstmals als CE Computer bekannten Unternehmens brach daraufhin um 50 % auf ein Allzeittief von 1,73 Euro ein. Da half auch die Rückkehr von Unternehmensgründer Jürgen Brintrup nichts.

Mitgehangen, mitgefangen: Die ebenfalls am Neuen Markt notierte Ceyoniq-Tochter Group Technologies geriet durch die Anlegerzweifel an der Konzern-Mutter ebenfalls in den Abwärtssog. Die Aktie des auf Sicherheitstechnologie für das Internet spezialisierten Unternehmens verlor über 15 % auf 2,15 Euro.

Ebenfalls für wenig Freude sorgten die Zahlen des Wiesbadener Chip-Brokers ACG. Erstmals in seiner Geschichte musste das Unternehmen rote Zahlen melden, was die Aktie die Verliererliste des Nemax 50 anführen ließ. Sie verlor über 11 % auf 6,20 Euro.

Ein paar positive Nachrichten gab es jedoch auch. So übte der Kleinostheimer Biomediziner Curasan eine Option auf zwei Produkte für die Zahnchirurgie aus und erwarb die Zulassung bei der zuständigen US-Behörde für den dortigen Markt. Die Aktie legte daraufhin um 10,3 % auf 3,75 Euro zu. Erst Mitte Februar bekam der Wert einen Schub, als für das laufende Jahr ein deutlicher Umsatz- und Ergebnisschub versprochen wurde. In den letzten vier Wochen schaffte die lange Zeit unbeachtete Aktie somit ein Plus von 50 %.

Mehr von der Hoffnung getrieben war allerdings das Plus der Consors -Aktie von 11,9 % auf 14,13 Euro. Einem Medienbericht zufolge soll die französische Großbank BNP Paribas 17,90 Euro pro Aktie bieten - ein schier unglaubliches Angebot. BNP Paribas bezeichnete die Meldung zwar umgehend als "lächerlich", trotzdem glaubten viele Anleger weiter fest an einen Geldregen. Das Plus von 7,1 % auf 3 Euro bei Tele Atlas begründeten Händler mit der heutigen Bilanzpressekonferenz. Viele hoffen wohl auf bessere Zeiten bei den schwer angeschlagenen Holländern.

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