Anleger sollen besser über Nebenkosten ihrer Fonds informiert werden
Fonds: Mehr Kostentransparenz für Anleger

Anleger sollen besser über strittige Nebenkosten ihrer Fonds und deren Anlagepolitik informiert werden. Die Mitglieder des Bundesverbands Investment und Asset-Management (BVI) einigten sich auf eine Reihe von Wohlverhaltensregeln.

HB/dpa FRANKFURT. Das solle das Image der Fondsbranche in schwierigen Börsenzeiten sichern, hob BVI-Vorstandssprecher Axel-Günter Benkner am Freitag in Frankfurt hervor. "Damit wollen wir auch das gestiegene Informationsbedürfnis der Anleger erfüllen."

Bereits im kommenden Jahr sollen die Gesamtkosten im Verhältnis zum Fondsvermögen veröffentlicht werden. Diese Kennzahl wird in Verkaufsunterlagen und Werbebroschüren ausgewiesen. Bislang informierten die Vermögensverwalter meist nur über den Ausgabeaufschlag und die Höhe der Verwaltungsgebühr. Andere Kosten fanden sich in der Regel versteckt im Rechenschaftsbericht. Allerdings werden Gebühren für Kauf oder Verkauf von Wertpapieren weiterhin nicht genannt.

Auch mit möglichen Interessenkonflikten zwischen Kapitalanlage- Gesellschaft und Mutter-Banken setzt sich der Verhaltenskodex auseinander. Wenn ein Fondsmanager Wertpapier-Aufträge "überwiegend" über die Konzernmutter abwickelt, muss er seine Anleger darüber informieren. Mit "überwiegend" wird ein Anteil von mehr als 50 Prozent bezeichnet. Das soll verhindern, dass die Banken auf Kosten der Anleger ihrer Fonds-Tochter überhöhte Provisionen berechnen.

Der Kodex tritt 2003 in Kraft. Allerdings sind die Regeln nur eine Verbandsempfehlung. Fehlverhalten seitens seiner Mitglieder wird der BVI nicht sanktionieren. "Dazu fehlen uns die Möglichkeiten, wir sind keine Aufsichtsbehörde", betonte Hauptgeschäftsführer, Stefan Seip.

Neben der Verhaltensregeln werden in der Branche derzeit die Steuerpläne der Regierungskoalition heiß diskutiert. Sollten die Vermögensverwalter bei jedem erfolgreichen Aktien oder Immobilien- Verkauf Steuern zahlen müssen, würde das die Wertentwicklung der Fonds beeinträchtigen. Eine Besteuerung auf Fondsebene will der Verband daher unbedingt verhindern. "Das gibt es in keinem entwickelten Kapitalmarkt", kritisiert Seip.

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