Anleger steigen aus festverzinslichen Papieren aus
Freundliche Tendenz am Aktienmarkt belastet Euro-Renten

Reuters FRANKFURT. Die wieder freundlichere Tendenz an den Aktienmärkten hat die europäischen Zinsfutures am Dienstag belastet und teilweise ins Minus drehen lassen. Die Kursentwicklung der Dividendentitel ist Händlern zufolge die weiter die richtungsbestimmende Größe am Rentenmarkt. Sobald an Europas Börsen die Kurse nach oben zeigten, komme es zu deutlichen Umschichtungen aus den fest verzinslichen Papieren zurück in Aktienpapiere. Die anfänglichen Verluste an Europas Börsen hätten den Staatsanleihen zu Handelsbeginn noch zu Kursgewinnen verholfen, was sich im Tagesverlauf jedoch wieder umgedreht habe. Händler sprachen jedoch von einem umsatzschwachen Geschäft, da der Markt auf die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan um 15.45 Uhr MESZ warte.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future notierte gegen 15.15 Uhr MESZ bei knapp 360 000 gehandelten Kontrakten mit sieben Ticks im Minus bei 109,84 Punkten, nachdem er in der Spitze bereits bis auf 110,15 Zähler geklettert war. Der Bobl-Future lag unverändert zum Vortagesschluss bei 107,12 Zählern. Am kurzen Ende lag der Schatz-Future ebenfalls unverändert bei 103,32 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte zur Kasse mit 104,81 nach 104,69 % am Montag. Gegen 15.15 Uhr MESZ notierte sie mit 104,63 % und rentierte mit 4,643 %.

"Was wir im Moment erleben, könnte man 'Flucht in die Unqualität' nennen", sagte ein Marktteilnehmer. An den Aktienmärkten lasse die Furcht vor einem harten Aufschlagen der Konjunktur in den USA nach. Das treibe die Kurse der Dividendenpapiere in die Höhe und drücke die Preise am Rentenmarkt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am frühen Nachmittag knapp 2 % im Plus bei 5 841 Punkten, nachdem er knapp im Minus eröffnet hatte. Der Neue-Markt-Index Nemax50 legte rund 0,6 % zu auf 1 624 Zähler.

Das kurze Marktende wird Händlern zufolge derzeit von Spekulationen auf eine Zinssenkung in der Euro-Zone etwas gestützt. "Am Markt überwiegen im Moment die Optimisten die bereits am Donnerstag mit einer EZB-Leitzinssenkung rechnen", sagte ein Händler. 17 der 30 von Reuters befragten Volkswirte erwarten jedoch trotz dieser zunehmenden Spekulationen über einen Zinsschritt am Donnerstag noch keine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar hätten einige EZB-Ratsmitglieder zuletzt Hoffnungen auf niedrigere Zinsen beflügelt, insgesamt habe die Notenbank jedoch alles andere als ein klares Signal gesendet, sagten die Experten.

Mangels wichtiger Konjunkturdaten aus der Euro-Zone blickt der Markt Händlern zufolge vor allem auf das US-Verbrauchervertrauen März, das um 17.00 Uhr MESZ veröffentlicht wird. Analysten erwarten einen Rückgang auf 104,5 von 106,8 Punkten im Februar. Kurz vor Bekanntgabe der Daten beginnt Greenspan gegen 15.45 Uhr MESZ seine Rede mit dem Thema "Geldpolitik für eine wachsende Wirtschaft". Sowohl von den Zahlen zum Verbrauchervertrauen als auch von Greenspans Äußerungen versprechen sich Marktteilnehmer Aufschlüsse über den Zeitpunkt weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank. Die Fed hatte vergangene Woche zum dritten Mal in diesem Jahr den entscheidenden Zielsatz für Tagesgeld um 50 Basispunkte auf nunmehr 5,0 % gesenkt. "Am Markt spekulieren viele, die Fed werde womöglich schon vor dem nächsten Treffen ihres Offenmarktausschusses am 15. Mai erneut aktiv werden", sagte ein Händler.

Die börsennotierten Bundesanleihen notierten am Dienstag im Kassa-Vergleich mehrheitlich fester. 79 der gehandelten Papiere gewannen bis zu 0,22 Prozentpunkte, drei gaben bis zu 0,01 Prozentpunkte ab. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen fiel auf 4,57 (4,59) %. Die Bundesbank verkaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 112,5 (Montagskäufe 17,5) Mill. Euro. Der Rex-Rentenindex legte 0,10 % zu auf 113,8442 Zähler.

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