Anleger suchen sicheren Hafen
Tagesgeld profitiert vom Börsentrubel

Um dem Trubel an den Aktienmärkten auszuweichen, parken viele Anleger ihr Geld auf Tages- oder kurzfristigen Festgeldkonten. Das beobachten jedenfalls die Anbieter von Tagesgeldkonten. Dort verzinst sich das Kapital oft zu einem Satz zwischen vier und fünf Prozent. Das ist für kurzfristig angelegtes Geld ziemlich viel, verglichen mit dem Sparbuch oder den meisten Geldmarktfonds. Außerdem kommen Anleger meist ohne eine Mark Gebühr davon.

yo FRANKFURT/M. Den Zinsoasen droht allerdings Ungemach seitens der Europäischen Zentralbank (EZB): Auch wenn sie den Leitzins gestern nicht angetastet hat, es gilt nur noch als eine Frage der Zeit, bis sie die Leitzinsen senkt. Dann wollen auch die Anbieter von Tagesgeldkonten nachziehen. "Beim Festgeld sind die Zinsen schon deutlich gerutscht", sagt eine Mitarbeiterin der Volkswagen Bank direct. Auch andere Anbieter haben ihr Angebot schon herunter geschraubt.

Nun geht es zunehmend den Tagesgeldsätzen an den Kragen. Bei der Demir ist es schon beschlossene Sache: Zum 16. April sinken die Zinsen von 5,15 % auf 4,75 %. Bei der Finansbank sollen die Zinsen bleiben wie sie sind, vorausgesetzt, die EZB senkt den Leitzins nur um einen Viertel Prozentpunkt. Bei einem deutlicheren Schritt, zieht wohl auch die Finansbank mit. "Wir warten erst ab, dass die EZB die Zinsen senkt. Wenn wir nachziehen, informieren wir unsere Kunden vier Wochen vorab", sagt Christopher Stinchcombe von der Finansbank. WHP Driver & Bengsch würden ihre Sätze um den gleichen Satz wie die EZB senken. "Wir geben an unsere Kunden die Zinsen bestmöglich weiter, da ist kein Spielraum mehr", heißt es. Die First-e Bank, die bis Mitte Februar Kunden mit einem Angebot von 6 % lockte, verzinst nur noch zwischen 4 und 5,5 %. Bei einer Zinssenkung könnte das Angebot noch einmal sinken.

Zinsen je nach Anlegersumme

Wo für die Sparer am meisten zu holen ist, hängt aber nicht nur vom Zinssatz ab: Bei gleichem Zinssatz, fahren Anleger dort besser, wo ihnen die Bank häufiger die Zinsen gutschreibt. Je häufiger die Sparer eine Zinsgutschrift erhalten, desto mehr profitieren sie vom Zinseszinseffekt. Legt ein Anleger 50 000 DM über ein Jahr zu 4,5 % Zinsen an, erhält er bei einer jährlichen Gutschrift nach einem Jahr 52 250 DM. Schreibt die Bank monatlich gut, sind es 52 297 DM.

Oft hängt die Höhe der Zinsen auch von der Anlagesumme ab: 5,5 % gibt es bei First-e nur für Summen über etwa 195 000 DM. Die Santander Direkt Bank bietet 5 % zwar schon ab 5 000 DM, wer aber mehr als eine halbe Million DM anlegt, erhält einen geringeren Zinssatz. Sogar nach oben hin gibt es Grenzen: Bei der Finansbank dürfen Anleger nicht mehr als 500 000 DM parken, bei First-e sind es 293 375 DM.

Achten sollten Anleger zudem auf die Höhe der Einlagensicherung: Bei den niederländischen Töchtern türkischer Banken wie Demir Finansbank oder UGBI-Bank greift der niederländische Einlagensicherungsfonds. Im Pleitefall erhalten Anleger Sparsummen bis zu 20 000 Euro zurück. Bei First-e sind über den französischen Einlagensicherungsfonds bis zu 70 000 Euro gesichert.

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