Anleger unbeeindruckt
Wall Street trotz schlechter Wirtschaftsdaten freundlich

Das Konsumentenvertrauen fiel im September mit 97,6 Punkten auf das niedrigste Niveau seit 1996. Damit liegt der Index deutlich unter den Erwartungen der Experten.

wsc NEW YORK. Die Mehrheit der Analysten rechnete mit einem Index von 107,8 Punkten. Die Erhebung berücksichtigt bereits die Auswirkungen der Terroranschläge des 11. September auf das Verhalten der Konsumenten. Doch die Anleger scheinen sich von den verhaltenen Wirtschaftsdaten nicht einschüchtern zu lassen.

Nachdem optimistische Prognosen und Schnäppchenpreise an New Yorks Wall Street bereits gestern zu einer Rally führten, legen die Märkte auch am Morgen zu. Der Dow Jones Index gewinnt in den ersten Handelsminuten 0,17 % an Wert. Der Nasdaq Index legt fast 1 % zu.

Während sich Finanztitel in den ersten Handelsminuten gut gehaupten, geraten die Aktien der Ölkonzerne unter Druck. Ebenfalls schwächer notieren die Aktien des Chip- und Hardwaresektors. Die Papiere der Netzwerkausrüster verbuchen dagegen Kursgewinne.

Angeführt wird das Segment von den positiven Stimmen bei JDS Uniphase. Die Aktie legt schon am Morgen um mehr als elf Prozent zu. Das Management des Herstellers von optischen Komponenten will erste Anzeichen sehen, dass sich das Geschäft in dieser Sparte stablilisiert. Die Analysten von Merrill Lynch stufen die Aktie herauf.

Die Aktie von AOL Time Warner gehört zu den am meisten gehandelten Aktien und verliert 1,1 % an Wert. Der Medienkonzern hat die Ergebnisprognosen nach unten korrigiert. Nach Aussagen des Unternehmens werden die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2001 in Folge der Terrorangriffe auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington geringer als erwartet ausfallen. Im gesamten Geschäftsjahr will das Unternehmen das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 20 % steigern. Der Umsatz soll um 5 bis 7 % steigen. Wie das Unternehmen bekannt gab, werde der Gewinn je Aktie geringer ausfallen als bislang erwartet. Analysten hatten bisher mit einem Ergebnis je Aktie von 1,27 Dollar gerechnet. AOL nannte am Montagabend keine eigenen Gewinnprognosen.

Das Papier von Cisco erholt sich in den ersten Handelsminuten und gewinnt über 2 %. Zunächst hatten schlechte Analystenkommentare der Investmentbank UBS Warburg für Kursabschläge gesorgt. Die Analysten reduzierten die Geschäftsprognosen und korrigierten das Kursziel von 24 Dollar auf 20 Dollar. Die Experten passten ihre Prognosen damit Ciscos geschmälerten Geschäftsprognosen an. Sie reduzierten die Gewinnerwartungen für 2001 von 18 auf 13 Cents pro Aktie. Für 2002 senkten sie die Ergebnisprognosen von 43 auf 35 Cents pro Aktie.

Die Anleger von Boeing dürfen am Morgen dagegen ein wenig aufatmen. Der Luftfahrtkonzern hält es nach wie vor für möglich, dass das Ergebnis für 2002 das des laufenden Geschäftsjahres übersteigt. Boeing dürfte vor allem unter der rückläufigen Nachfrageentwicklung bei kommerziellen Flugzeugen leiden. Die Aktie erholt sich heute und gewinnt über 2 %.

Gute Nachrichten gibt es auch bei Handspring. Das Papier gewinnt 3,14 %. Der Hersteller elektronischer Notizbücher lizenziert seine Internet-Browser-Software Blazer künftig an den Telekommunikationskonzern Sprint. Zu finanziellen Details wollten sich beide Unternehmen jedoch nicht äußern. Handsprings Software wird Sprints Mobilfunktochter Sprint PCS den Zugang zu fast jeder Webseite ermöglichen. Handsprings CEO Ed Colligan sieht in der Vereinbarung einen großen Schritt, den Handspring-Internet-Browser als Standardsoftware für Palm OS basierte Taschencomputer zu etablieren.

Die Aktie von Coca Cola notiert ebenfalls stärker. Das Managment des Getränkegiganten bestätigte die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Damit wirkt Coca Cola den reduzierten Analystenprognosen entgegen. Nach Angaben von First Call hat die Mehrheit der Experten die Gewinnerwartungen für Coke von 1,65 Dollar auf 1,57 Dollar pro Aktie reduziert. Zwar musste der Getränkehersteller in den Terrorakten des 11. September geringere Absatzzahlen verkraften, doch bleibt die Unternehmensleitung zuversichtlich. Sie erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatzwachstum von 4 bis 5 %.

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