Anleger wagen noch keine langfristige Investments
Dax-Ausblick: Hoffnung auf steigende Kurse

Der Krieg in Irak wird auch in der kommenden Woche die Richtung an den Aktienmärkten bestimmen und Marktteilnehmern zufolge tendenziell für weiter steigende Kurse sorgen.

Reuters FRANKFURT. "Die Hoffnung vieler Börsianer auf ein schnelles Ende des Irak-Krieges, vielleicht schon in der nächsten Woche, wird den Aktienmarkt weiter beflügeln", sagte der Aktienstratege Carsten Klude von M.M. Warburg. Das schnelle Vorrücken der US-Bodentruppen in Richtung der irakischen Hauptstadt Bagdad haben den Deutschen Aktienindex (Dax) in dieser Woche bereits um knapp zwölf Prozent auf aktuell 2685 Punkte erhöht. Im Mittelpunkt des Handels dürften in der kommenden Woche auch die Unternehmenszahlen von Metro und der Münchener Rück sowie die Veröffentlichung des viel beachteten Ifo-Geschäftsklimaindex für März stehen.

Hoffnung auf baldiges Kriegsende und Konjunkturerholung

Die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende in Irak und danach sich wieder verbessernde Konjunkturdaten wird den Aktienmarkt Händlern zufolge weiter stützen. So hat sich der Dax bereits rund 500 Punkte von seinem erst Mitte März markierten Siebeneinhalbjahrestief entfernt. Einige Aktienstrategen warnten jedoch davor, dass die Erholung noch nicht nachhaltig sei.

"Langfristige Investments wagen die Anleger noch nicht, weil es zu Zwischenfällen wie etwa Anschlägen kommen kann oder der Krieg doch länger als erwartet dauern könnte", sagte der Aktienstratege Frank Schallenberger von der LB Baden-Württemberg. Die meisten von Reuters befragten Fondsmanager rechnen jedoch mit einem Kriegsende innerhalb eines Monats.

Ein baldiges Kriegsende könnte auch die weltwirtschaftlichen Perspektiven verbessern und Konsum sowie Investitionen ankurbeln, sagten Aktienhändler. Am Donnerstag wird der Ifo-Index einen neuen Eindruck der Geschäftserwartungen deutscher Unternehmen vermitteln. "Nach zuletzt zwei leichten Anstiegen erwarten wir, dass der Ifo-Index nun auf 88,5 Punkte von 88,9 Zählern zurückgehen wird", sagte Aktienstratege Klude zur aktuellen Erwartung der Unternehmen. Das sei aber nicht dramatisch, da sich die Zukunftserwartung der Unternehmen - die das Ifo-Institut ebenfalls erfragt - verbessert haben sollte.

Metro und Münchener Rück berichten über Geschäfte

Im Fokus der Unternehmensnachrichten dürfte unter anderem der Einzelhandelskonzern Metro stehen, der am Dienstag Zahlen bekannt geben will. Nach Einschätzung von Analysten hat Metro 2002 den Überschuss um neun Prozent auf 437 Millionen Euro gesteigert. Strategische Aussagen erwarten die Experten zu den beiden Sorgenkindern des Konzerns, den Baumärkten Praktiker und den Lebensmittel-Supermärkten Extra.

Am Donnerstag wird zudem die Münchener Rück berichten. "Ich erwarte im vierten Quartal 2002 einen Vorsteuerverlust von 3,4 Milliarden Euro. Hauptgrund ist insbesondere ein zu erwartendes negatives Kapitalanlageergebnis im Erstversicherungsgeschäft in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro", sagte der Analyst Dirk Krieger von der NordLB. Die Münchener Rück leidet ähnlich wie die Allianz unter den schwachen Kapitalmärkten und den dadurch erforderlichen Abschreibungen auf Vermögenswerte.

Des Weiteren werden Zahlen der Deutschen Post sowie von Linde und MAN erwartet, deren Umrisse aber bereits weitgehend bekannt sind. Von den Firmen der zweiten Reihe werden unter anderem HeidelbergCement, MG Technologies, Sixt, Pfeiffer Vacuum und Singulus berichten.

TecDax löst Nemax ab



Ab Montag löst zudem der 30 Werte umfassende TecDax den von Skandalen und drastischen Kursverlusten erschütterten Neuen Markt ab. Auf dem Weg zu seinem Allzeithoch bei 9665 Punkten im März 2000 war der Nemax50-Index lange der Liebling der Anleger. Ein beispielloser Absturz folgte. Am Freitag notierte der Index noch bei 356 Zählern. Zudem wird der Nebenwerte-Index MDax auf 50 von bislang 70 Werten verkleinert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%