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Anleihe-Debakel erschüttert Italien

Die überschuldete Nahrungsmittelholding Cirio Finanziaria kann eine Unternehmensanleihe nicht mehr bedienen - und sorgt damit für Aufregung auf den Finanzmärkten.

mab MAILAND. Das Vertrauen in europäische Unternehmensanleihen ist gestern schwer erschüttert worden. Trotz einer Fristverlängerung von drei Tagen war die überschuldete Nahrungsmittelholding Cirio Finanziaria nicht in der Lage, zumindest die Hälfte einer seit Montag fälligen Schuldverschreibung von 150 Mill. Euro zurückzuzahlen. Damit ist der Bond technisch gesehen geplatzt - ein in der Geschichte Italiens beispielloser Vorgang.

Sollten die Vertreter der Gläubiger in den kommenden Tagen auch offiziell den "default" feststellen, platzen auch alle anderen zwischen 2003 und 2005 fälligen Cirio-Anleihen im Gesamtvolumen von 1,1 Mrd. Euro. Der überwiegende Teil der Papiere liegt in den Depots von Kleinanlegern. "Italien kann man nicht mehr isoliert betrachten. Das Vertrauen in Unternehmensanleihen wird durch Cirio auch jenseits der Grenzen geschwächt", sagte Cecchi de Rossi, Managing Director der Ratingagentur Fitch in Mailand.

Trotz des Debakels mit den Cirio-Anleihen, die über kein Rating verfügten, bekräftigte der italienische Nudelhersteller Barilla gestern seine Pläne, bis Ende November eine Anleihe über 300 Mill. Euro emittieren zu wollen - ebenfalls ohne Rating. "Wir halten in jedem Fall an unseren Plänen fest", sagte ein Unternehmenssprecher. Barilla braucht das Geld für die Übernahme der Düsseldorfer Kamps-Gruppe.

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