Anleihe war dreifach überzeichnet
Telekom-Wandelanleihe mit Kupon von 6,5 Prozent

Die dreijährige Pflichtwandelanleihe der Deutschen Telekom im Volumen von rund 2,3 Milliarden Euro wird mit einem Kupon von 6,5 Prozent ausgestattet.

Reuters FRANKFURT. Bei der Preisfeststellung sei für die Anleihe eine Wandlungsprämie von 24 Prozent basierend auf dem Referenz-Aktienkurs von 11,80 Euro festgelegt worden, teilte die Deutsche Telekom am Donnerstag mit. Die Telekom-Aktie hatte am Mittwoch 9,8 Prozent tiefer auf 11,66 Euro geschlossen. Das angebotene Volumen der Anleihe mit Fälligkeit im Juni 2006 war den Angaben zufolge mehr als dreifach überzeichnet. Die Anleihe sei auf breiter Basis bei institutionellen Investoren platziert worden. Angestrebt war nach Angaben der Konsortialbanken ein Nominalzins (Kupon) von 6,375 bis 6,875 Prozent. Die Wandlungsprämie werde 15 bis 25 Prozent betragen, hatte es zuvor geheißen.

Die Deutsche Telekom habe den Emissionsinstituten eine Option gewährt, die über einen Zeitraum von 30 Tagen nach dem Settlement der Anleihe laufe, teilte das Unternehmen weiter mit. Im Rahmen dieser Option könnten die Institute Anteile der Anleihe bis zu einem Gesamtbetrag von rund 210 Millionen Euro - entsprechend knapp 18 Millionen Aktien - wieder der Deutschen Telekom andienen, um den Markt zu stabilisieren, falls dies für erforderlich gehalten würde.

Die Telekom hatte am Dienstagabend überraschend mitgeteilt, am Mittwoch eine Pflichtwandelanleihe begeben zu wollen. Mit der erstmaligen Begebung einer Wandelanleihe will die Telekom Zugang zu neuen institutionellen Investoren finden, ihr Refinanzierungsrisiko verteilen und ihre Bonität absichern. Am Laufzeitende werden die Anleiheanteile in Telekom-Aktien getauscht. Konsortialbanken sind Goldman Sachs und Morgan Stanley. Emittentin ist offiziell die Konzerntochter Deutsche Telekom International Finance BV. Der Mutterkonzern garantiert für das Papier.

Mit der Emission ihrer Wandelanleihe hatte die Telekom am Mittwoch am Finanzmarkt Befürchtungen über ein Verfehlen ihres Schuldenziels sowie weitere Kapitalmaßnahmen ausgelöst. Börsianer begründeten den Kurseinbruch von knapp zehn Prozent der T-Aktie damit, dass die Telekom möglicherweise ihre Kapitalbasis nach den abschreibungsbedingten Bilanzverkürzungen aufstocken müsse. Die Telekom betonte jedoch, das Unternehmen sei mit dem Emissionserlös aus der Wandelanleihe durchfinanziert bis ins Jahr 2005.

Die Telekom bekräftigte, dass die Verschuldung bis Ende 2003 auf 50 bis knapp 53 Milliarden Euro von zuletzt 64 Milliarden Euro sinken werde. Dazu sollen Beteiligungen veräußert, die Effizienz erhöht und Kosten gespart werden. Das Unternehmen betonte zudem, durch die Anleihe steige die Nettoverschuldung nicht. Die erhöhten Brutto-Schulden würden durch neue Aktien in Eigenkapital umgewandelt. Bis ins Jahr 2005 sei die Liquidität trotz der bis 2004 anstehenden Tilgung von 19 Milliarden Euro gesichert. Eine Kapitalerhöhung sei kein Thema.

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